HessenUngewöhnliche Häufung von Keuchhustenfällen in Wiesbaden

Wiesbaden erlebt eine auffällige Zunahme bei Keuchhusten. Was das Gesundheitsamt rät.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Wiesbadener Gesundheitsamt hat in den vergangenen Wochen einen Anstieg bei Fällen von Keuchhusten verzeichnet. Betroffen seien vor allem Kinder bis zum Alter von neun Jahren, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Erkrankungen verliefen bislang überwiegend mild. Obwohl die Zahl der gemeldeten Fälle zwischenzeitlich zurückging, liegt sie weiterhin über dem Durchschnitt vergleichbarer Zeiträume, hieß es.
Das Gesundheitsamt empfiehlt dennoch, den Impfstatus zu überprüfen und bei anhaltendem Husten frühzeitig zum Arzt zu gehen. Wie aus Zahlen des hessischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, ist Wiesbaden die einzige Kommune in Hessen mit einer ersichtlichen Häufung der registrierten Fälle. Hinweise auf Keuchhusten-Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen liegen dem Gesundheitsamt derzeit nicht vor.
Die Ursache für den aktuellen Anstieg der Fallzahlen ist nach Angaben der Wiesbadener Stadtverwaltung derzeit nicht abschließend geklärt. "Keuchhusten tritt jedoch regelmäßig in Wellen auf, meist im Abstand von vier bis sechs Jahren", hieß es. Gleichzeitig würden bei erhöhter Aufmerksamkeit mehr Kontaktpersonen getestet, sodass auch Infektionen mit nur leichten Symptomen oder ohne Symptome häufiger erkannt und gemeldet würden.
Keuchhusten (Pertussis) ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die beim Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Typische Beschwerden sind zunächst Schnupfen, leichter Husten und allgemeine Abgeschlagenheit. Im weiteren Verlauf können über mehrere Wochen anhaltende, krampfartige Hustenanfälle auftreten. Eine Impfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen und trägt dazu bei, besonders gefährdete Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Dazu zählen etwa Neugeborene und Säuglinge.