Mecklenburg-Vorpommern94 Verkehrstote in MV - Jeder Fünfte war zu Fuß unterwegs

Die Zahl der Menschen, die in MV bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, ist 2025 weiter gestiegen. Bei einer Gruppe ist die Zunahme besonders stark.
Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der Verkehrstoten in Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Nach 57 Todesopfern 2023 und 93 im Jahr darauf wuchs die Zahl nunmehr auf 94, wie Innenminister Christian Pegel (SPD) in Schwerin bekanntgab.
Minister: Anstieg besorgniserregend
Die 57 Opfer 2023 waren der niedrigste Stand seit der Wende. In den Jahren 2017 bis 2023 gab es stets weniger als 90 Verkehrstote.
Der neuerliche Anstieg sei besorgniserregend, sagte der Minister. "Statistisch verlieren wir alle vier Tage einen Menschen bei einem Verkehrsunfall. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal."
Starkes Plus bei getöteten Fußgängern
Besonders stark stieg die Zahl der Verkehrstoten bei den Fußgängern: 18 Menschen, die zu Fuß unterwegs waren, starben Pegel zufolge 2025 bei Verkehrsunfällen. Das waren mehr als doppelt so viele wie 2024, als nach Worten des Ministers acht Fußgänger tödlich verletzt wurden.
Fußgänger gehörten zu den Verkehrsteilnehmern mit dem geringsten Schutz, so Pegel. "Der deutliche Anstieg ist ein ernstes Warnsignal." Mehr Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit sowie gezielte Schutzmaßnahmen seien zwingend notwendig. Insgesamt verunglückten letztes Jahr in MV 480 Fußgänger bei Verkehrsunfällen nach 448 im Jahr davor.
Radler und E-Scooter-Fahrer
Auch Radfahrer, Motorrad- und E-Scooter-Fahrer waren letztes Jahr häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt als zuvor. Bei den Fahrrad- und Pedelec-Fahrern stieg die Zahl der Verunglückten von 1.541 auf 1.649, bei den Motorrad-, Moped- und E-Scooter-Fahrern von 718 auf 752. Der Anstieg betreffe hauptsächlich E-Scooter-Fahrer, sagte Pegel.
Der Minister warnte: "Wer zu Fuß, auf dem Rad, dem Pedelec oder mit dem E‑Scooter unterwegs ist, hat keinen Airbag. Diese Menschen tragen das höchste Risiko." Ein Helm könne schwere Kopfverletzungen verhindern. Angebracht seien überdies mehr Rücksicht, Vorsicht und eine klarere Wahrnehmung der Gefährdung.
Hingegen sank die Zahl der Verkehrstoten nach Kollision eines Fahrzeugs mit einem Straßenbaum den Angaben zufolge von 31 im Jahr 2024 auf nunmehr 27.
Fahren ohne Gurt immer noch Thema
Nicht angeschnallte Menschen im Auto - das ist in Mecklenburg-Vorpommern noch immer ein Thema. Jeder siebte Tod im Straßenverkehr (13,8 Prozent) betraf im vergangenen Jahr laut Pegel einen Menschen, der ohne angelegten Sicherheitsgurt unterwegs war. Dies mache ihn sprachlos, sagte der Minister.
"Ein Sicherheitsgurt ist eine der einfachsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen, die wir haben. Wer ohne Gurt fährt, bringt sich selbst in Lebensgefahr." Er kündigte an, die Kontrollen zu verstärken. Die Gurtpflicht gilt für alle Mitfahrer im Auto. Der Fahrer oder die Fahrerin ist dafür verantwortlich, dass alle Insassen angeschnallt sind.
Urlauber spielen eine Rolle
Wie der Innenminister weiter berichtete, kamen im vergangenen Jahr in MV je eine Million Einwohner 60 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Das war nach seinen Worten der höchste Wert bundesweit. Allerdings sei dieser Vergleich ein wenig schief, denn gerade im Sommer seien viele Urlauber im Nordosten. Von den 94 Menschen, die im vergangenen Jahr auf den Straßen in MV ums Leben kamen, kamen demnach 12 nicht aus dem Nordosten. "Die Gäste machen durchaus etwas aus", sagte Pegel.
Zu geringer Abstand häufigste Ursache schwerer Unfälle
Die häufigsten Ursachen von Unfällen mit Personenschaden waren laut Minister im vergangenen Jahr zu geringer Abstand zum Vorausfahrenden, Vorfahrtsfehler und überhöhte Geschwindigkeit. Fahren unter Alkohol steht demnach auf Platz vier, vor missglückten Überholmanövern, Ablenkung - etwa durchs Handy - und Drogen am Steuer.