Niedersachsen & BremenKinderärztinnen besorgt wegen Sparpakets

Die geplanten Sparmaßnahmen zur Stabilisierung der Krankenversicherung sorgen für Unsicherheit: Was bedeutet das für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen bei Kindern und Jugendlichen?
Göttingen (dpa/lni) - Kinderärzte in Niedersachsen und Bremen warnen vor möglichen Folgen des Gesundheitssparpakets für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Besonders bildungsferne Familien könnten benachteiligt werden, sagt die Sprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Tanja Brunnert. Die Göttinger Kinderärztin befürchtet, dass Praxen künftig nur eine begrenzte Zahl an Präventionsleistungen abrechnen können.
Bisher würden Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen vollständig bezahlt. Dies könne sich nach dem jetzigen Gesetzestext ändern. Die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 und Impfungen zu deckeln, sei jedoch "im höchsten Maße schädlich für Kinder und Jugendliche", sagte Brunnert. "Wenn ich im Quartal nur 50 U4 machen kann, dann ist zu befürchten, dass die gut strukturierten Eltern einen Termin bekommen und die bildungsfernen, nicht so strukturierten Eltern keinen."
Auch die Bremer Kinderärztin Judith Hildebrandt fordert, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen ausdrücklich aus dem Sparpaket auszunehmen. Familien müssten langfristig betreut werden.
Die AOK Niedersachsen hält die Befürchtungen dagegen für "verkürzt und auch verfrüht". Bei den Impfleistungen sei bislang nicht abschließend geklärt, ob sie von der Budgetierung betroffen seien.