Regionalnachrichten

Niedersachsen & Bremen Schläge und Essensentzug für Kind: Plädoyers erwartet

Die Angeklagte sitzt bei Prozessauftakt in einen Saal vom Landgericht. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild

(Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Archivbild)

Hildesheim (dpa/lni) - Im Prozess gegen eine Mutter, die ihren Sohn im Corona-Lockdown geschlagen und hungern gelassen hat, werden an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) die Plädoyers erwartet. Geplant sei, am Nachmittag auch schon das Urteil zu verkünden, teilte das Landgericht Hildesheim mit. Polizisten hatten den völlig abgemagerten Siebenjährigen Mitte Juni 2020 in der Wohnung der Frau in Sarstedt in einem Schrank entdeckt, nachdem die Schule das Jugendamt alarmiert hatte. Die 60-Jährige gestand am ersten Verhandlungstag die ihr vorgeworfenen Taten. Angeklagt sind auch drei Fälle aus den Jahren 2004 bis 2007. Damals hatte die Alleinerziehende ihren heute 29-jährigen ersten Sohn unter anderem mit einem Cuttermesser und einer Gabel angegriffen.

Laut Anklage brachte sie den Siebenjährigen durch Schläge mit einer Thermoskanne und durch den Essensentzug in einen potenziell lebensgefährlichen Zustand. Die Frau hatte sich den späten Kinderwunsch mit Hilfe einer Eizellen- und Samenspende in Spanien erfüllt. Sie ist im Fall des Siebenjährigen wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Ihr droht eine Gefängnisstrafe. Zum Auftakt hatte sie mehrfach geweint und gesagt, ihr sei erst jetzt bewusst geworden, was sie gemacht habe. (Az.: 14 KLs 17 Js 22765/20)

© dpa-infocom, dpa:210616-99-21156/3

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.