Rheinland-Pfalz & SaarlandWas man im früheren Regierungsbunker entdecken kann

Geigerzähler, Fernschreiber, Schlafräume und vieles mehr - wer ein Stück Kalten Krieg nachempfinden möchte, der wird demnächst für zwei Tage unter der rheinhessischen Stadt Alzey fündig.
Alzey (dpa/lrs) - Eine fast 1.200 Quadratmeter große, in dieser Form in Rheinland-Pfalz einzigartige Unterwelt öffnet im November wieder ihre Pforten und bietet Einblick in vergangene Zeiten: Der 7. und 8. November sind Tage der offenen Tür im früheren Regierungsbunker in Alzey.
Der zu Zeiten des Kalten Krieges gebaute "geschützte Ausweichsitz" sollte früher einmal der rheinland-pfälzischen Landesregierung bis zu 30 Tage lang ein Weiterregieren selbst im Falle eines Dritten Weltkrieges ermöglichen. Noch heute stehen dort Geigerzähler, Fernschreiber mit Lochstreifen und ein für die Stromerzeugung gedachter Dieselmotor, wie Bunkerexperte Jörg Diester erzählt. Er und sein Team führen Besucher an den beiden Novembertagen eine Stunde lang durch die Anlage.
"Atombunker light"
Ein Bunker existiert dort unter einer Schulturnhalle bereits seit 1966. Einst wurde er an die Bezirksregierung übergeben. Ab 1979 wurde er für Bedürfnisse der Landesregierung umgebaut. Als Regierungsbunker eröffnet wurde die Anlage mit zwei Ebenen dann 1981. Dicht gemacht wurde sie 1993.
Nicht zu vergleichen ist die Anlage in Alzey Diester zufolge mit einem anderen Bunker in der rheinland-pfälzischen Erde, dem früheren Regierungsbunker des Bundes in Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Alzey finde sich eher die Variante "Atombunker light", hier gebe es weder schwere Druckverschlüsse noch einen Tiefbrunnen für die eigene Wasserversorgung.