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Rheinland-Pfalz & Saarland Zentrum für junge Flüchtlinge registriert hohen Bedarf

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Mainz (dpa/lrs) - Ein Jahr nach Gründung einer zentralen Anlaufstelle für alle Fragen zu minderjährigen Flüchtlingen hat das Jugend- und Integrationsministerium eine positive Bilanz gezogen. Das am 1. Juni 2018 beim Landesjugendamt (LSJV) eingerichtete Kompetenzzentrum zur Beratung der Jugendämter habe sich bewährt, sagte eine Sprecherin. "Der Beratungsbedarf der Jugendämter ist nach wie vor hoch, sodass das Kompetenzzentrum täglich eine Vielzahl an grundsätzlichen Anfragen und zu spezifischen Einzelfällen erreicht." Zugenommen habe auch der Beratungsbedarf der Jugendämter in Fragen der Altersfeststellung.

Das Verfahren zur Altersfeststellung ist jetzt bei vier Schwerpunktjugendämtern gebündelt, bei den Städten Trier und Mainz sowie bei den Kreisen Kusel und Mainz-Bingen. Das Kompetenzzentrum berät darüber hinaus auch die Verwaltung, etwa bei der Kostenerstattung an die Kommunen, entwickelt Qualifizierungsangebote für Fachkräfte oder unterstützt Betreuungsangebote für junge Geflüchtete. So wurden auch Arbeitshilfen und Informationsmaterialien erstellt, darunter in den afrikanischen Sprachen Somali und Tigrinya.

Die Jugendämter in Rheinland-Pfalz betreuen gegenwärtig 1937 junge Ausländer (Stand 16.5.). Das sind rund 250 weniger als zu Beginn des Jahres und 775 weniger als Anfang 2018. Die meisten jungen Flüchtlinge in Betreuung nach dem Jugendhilferecht gab es in Rheinland-Pfalz im Frühjahr 2017 mit rund 2900.

Nach dem tödlichen Messerangriff auf ein 15-jähriges Mädchen am 27. Dezember 2017 in Kandel hatte die Opposition Konsequenzen für die Überprüfung des Alters junger Flüchtlinge gefordert. Das Landgericht Landau verurteilte in diesem Fall einen Angeklagten aus Afghanistan, der angegeben hatte, zum Zeitpunkt der Tat 15 Jahre alt gewesen zu sein. In einem medizinischen Gutachten wurde ein Alter von etwa 20 Jahren angenommen.

Kompetenzzentrum "Unbegleitete minderjährige Ausländer"

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