Sachsen-AnhaltNach Gerichtsentscheidung: Warnstreik im Burgenlandkreis

In weiten Teilen des Landes stand der öffentliche Nahverkehr schon in der vergangenen Woche still. Nun kommt es im Burgenlandkreis zu erheblichen Einschränkungen. Warum erst jetzt?
Naumburg (dpa/sa) - Im Burgenlandkreis liegt der öffentliche Nahverkehr derzeit und für die nächsten Tage nahezu lahm. "Der Streik ist angelaufen, es fahren nur ganz vereinzelt Linien raus", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi der Deutschen Presse-Agentur. Von dem Warnstreik ist unter anderem auch der Schülerverkehr betroffen. Verdi hatte in dem Landkreis im Süden Sachsen-Anhalts dazu aufgerufen, bis einschließlich Freitag (27. März) die Arbeit niederzulegen.
Dass Schülerinnen und Schüler nun an vier Werktagen mit Einschränkungen zu rechnen haben, sei "bei solchen Tarifrunden etwas sehr Bedauerliches", sagte der Sprecher. "Unser Ziel ist nicht, die Schülerinnen und Schüler direkt zu treffen. Das ist aber ein Effekt eines Arbeitskampfes."
Verdi nahm ersten Streikaufruf zurück
Zuvor war unklar, wann und wie lange im Burgenlandkreis gestreikt wird. Die Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG) war gegen einen ersten Streikaufruf von Verdi gerichtlich vorgegangen. Etwas später hatte Verdi einen neuen Termin angekündigt. Das Arbeitsgericht in Halle hatte dann entschieden, dass ein Ausstand nicht rechtswidrig ist.
Verdi warf der Arbeitgeberseite vor, den Konflikt durch ihr Vorgehen verschärft zu haben. Hintergrund des Warnstreiks sind weiterhin festgefahrene Tarifverhandlungen im Nahverkehr. Verdi fordert unter anderem Entlastungen bei Arbeitszeiten und bessere Arbeitsbedingungen. "Die Arbeitgeberseite kommt uns sehr wenig bis gar nicht entgegen und ignoriert die Forderungen nach Entlastung komplett", so der Verdi-Sprecher. Der Arbeitskampf sei nun "das letzte Mittel".
Warnstreik ins anderen Regionen schon vergangene Woche
Auch in anderen Regionen von Sachsen-Anhalt war zuletzt gestreikt worden. So war der öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen des Landes schon ab dem 12. März für vier Tage weitgehend zum Erliegen gekommen. In Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau waren Busse und Straßenbahnen laut Verdi nur eingeschränkt oder gar nicht gefahren. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich in den Städten viele Beschäftigte. Im Burgenlandkreis fuhren Busse und Bahnen während dieser Tage erst einmal weiter.