SachsenElvis-Song als Kammermusik: Moritzburg blickt nach Amerika

Von Gershwin bis Piazzolla: Beim Moritzburg Festival erleben Besucher eine musikalische Reise entlang großer Flüsse – und hören bekannte Werke in neuem Klang.
Moritzburg (dpa/sn) - Das Moritzburg Festival bleibt ein Garant für musikalische Neuentdeckungen. Bei einem Konzert unter dem Motto "Vom Hudson River zum Mississippi" erlebte ein Song von Elvis Presley sein kammermusikalisches Debüt: "Can't Help Falling in Love" wurde von einem Sextett um den Cellisten und Festivalchef Jan Vogler geboten und begeisterte das Publikum auf der Nordterrasse von Schloss Moritzburg.
Festival für Kammermusik mit musikalischer Flussreise
In diesem Jahr hat das renommierte Festival zu einer musikalischen Flusspartie eingeladen. In 20 Konzerten nehmen 26 Musikerinnen und Musiker aus aller Welt das Publikum mit auf eine Reise auf der Newa, der Elbe, Donau und anderen Flüssen. Dabei werden Werke von Komponisten aus betreffenden Ländern gespielt. Am Sonntagabend ging es nun in die USA. Nach Angaben des Veranstalters war dieses Konzert am schnellsten ausverkauft.
Hit von Elvis Presley im kammermusikalischen Gewand
Vogler begann das Programm in Begleitung der Pianistin Marie Sophie Hauzel mit dem legendären Song "Chattanooga Choo Choo". Der Cellist erinnerte daran, dass Udo Lindenberg die Melodie in seinem Lied "Sonderzug nach Pankow" verwendete und damit so etwas wie eine heimliche DDR-Hymne schuf. Mit Elvis Presley wäre er selbst wohl nie in Berührung gekommen, wenn nicht seine Schwester ein großer Fan gewesen wäre. "Elvis Presley war ein Genie, ein absolutes Genie. Und ich bin sicher, viele von Ihnen singen das auch in der Dusche", sagte er mit Blick auf "Can't Help Falling in Love".
Ballonfahrer begleiten "Summertime"
Neben dem 5. Streichquartett von Philip Glass erklangen außerdem "Summertime" aus "Porgy and Bess" von George Gershwin, ein Stück von Astor Piazzolla ("Four for Tango") und das Streichquintett von Antonin Dvorak - sein "Amerikanisches" Quintett für Streicher. Bei "Summertime" sorgte ein Heißluftballon der Imagekampagne "So geht sächsisch" für eine filmreife Szene - der Ballon überquerte das Moritzburger Schloss im Tieflug und sorgte für ein Raunen im Publikum.
Wasservögel melden sich schnatternd nur zu Beginn
Anders als an den Vortagen hielt sich das Geschnatter der Wasservögel - Schloss Moritzburg ist komplett von einem Teich umgeben - bei der musikalischen Tour vom Hudson zum Mississippi in Grenzen. Ein großer Schwarm Graugänse flog schon zum Konzertbeginn von dannen und überließ das Musizieren diesmal ganz den Profis auf der Bühne.
Festival Akademie mit jungen Künstlern aus 19 Ländern
Parallel zum Festival findet die 21. Moritzburg Festival Akademie mit 41 jungen Frauen und Männern aus 19 Nationen statt. Sie bilden das Moritzburg Festival Orchester unter der Leitung seines spanischen Chefdirigenten Josep Caballé Domenech. Sie gestalten unter anderem ein Orchesterkonzert im Dresdner Kulturpalast und ein musikalisches Picknick im Park von Schloss Proschwitz.