SachsenLinke halten Ausbau der Jugendhilfe für geboten

Die Linke fordert mehr Unterstützung für Kinder und Jugendliche in Sachsen. Denn die Situation vieler junger Menschen ist auch in Sachsen schwierig.
Dresden (dpa/sn) - Die Linken halten einen Ausbau der Jugendhilfe für notwendig. "In einer Zeit gesellschaftlicher und finanzieller Unsicherheit braucht die sächsische Kinder- und Jugendhilfe ein klares Signal", betonte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Die Belastungen für junge Menschen seien erheblich gestiegen.
Konkret schlagen die Linken eine Erhöhung der Jugendpauschale von derzeit 14,50 Euro auf mindestens 17,50 Euro pro Jahr vor, zudem solle der Betrag jährlich angepasst werden, so die Forderung. Die Jugendpauschale ist eine Summe, die das Land den Kommunen für jeden dort lebenden Jugendlichen überweist.
Jugendliche haben Zukunftsängste
Kriegsangst, Inflation, Energiekrise, wachsender Leistungsdruck und Zukunftsängste prägten den Alltag junger Menschen. "Studien zeigen, dass rund jeder fünfte junge Mensch psychische Auffälligkeiten aufweist - ein deutlich höherer Anteil als noch vor der Corona-Pandemie", hob Nagel hervor. Viele Familien mit Kindern könnten sich keinen Urlaub leisten und seien so auf die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit angewiesen.
Linke wollen Ausbau der Jugendpauschale
Nagel begrüßte es, dass die Regierung der Forderung ihrer Partei nach einem Ausbau der Jugendpauschale im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 zumindest in Ansätzen nachkommt. Mit einem Antrag an das Parlament schlagen die Linken nun den Ausbau der Pauschale vor. "Jeder Euro, der in Jugendclubs, offene Angebote, Schulsozialarbeit und Bildung fließt, ist eine Investition in Räume für junge Menschen, in den sozialen Zusammenhalt und mehr Chancengerechtigkeit."
Auch Kommunen sind bei Jugendhilfe in der Pflicht
Die Linken werfen der Koalition auf Bundesebene vor, ein massives Programm zum Sozialabbau zu betreiben. "Kürzungen beim Wohngeld oder die Einführung der Grundsicherung betreffen gerade junge Menschen in prekärer Lebenslage mit voller Wucht", so Nagel. Eine moderate Erhöhung der Jugendpauschale könne massive Kürzungen in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Zudem müsse gesichert sein, dass die kommunale Ebene ihren Beitrag zur Finanzierung der Jugendhilfelandschaft nicht absenkt.