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SachsenSächsische Binnenhäfen ziehen positive Bilanz für 2025

04.02.2026, 13:58 Uhr
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Trotz Baustellen und Brückeneinsturz: Die sächsischen Häfen legen beim Güterumschlag zu. Die Aussichten für 2026 bleiben dennoch verhalten.

Dresden (dpa/sn) - Trotz Einschränkungen nach dem Einsturz der Carolabrücke und Bauarbeiten der Bahn in Bad Schandau ziehen die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) eine positive Bilanz für 2025. In den Häfen Dresden, Riesa und Torgau stieg der Güterumschlag um 4,27 Prozent, wie die SBO mitteilten. Insgesamt wurden demnach 2,14 Millionen Tonnen umgeschlagen.

Bei der momentanen schwierigen wirtschaftlichen Lage in Sachsen und darüber hinaus gehe es darum, als Unternehmen zu bestehen, sagte der Geschäftsführer der SBO, Heiko Loroff bei der Vorstellung der Bilanz. "Wir sind aufgrund unserer Breite und Aufstellung in der Lage gewesen, diese Zeit sehr gut zu meistern."

Bei der tschechischen Tochtergesellschaft CSP mit den beiden Häfen in Decin und Lovosice machten sich jedoch die mehrfachen längerfristigen Gleissperrungen in Bad Schandau sowie die bis August andauernde Beräumung der eingestürzten Carolabrücke bemerkbar. Dort sank der Güterumschlag um neun Prozent auf rund 390.000 Tonnen.

Transport auf der Schiene weiter ausgebaut

Der Schienengüterverkehr nahm für den Hafenverbund im vergangenen Jahr erneut an Bedeutung zu. 1,23 Millionen Tonnen Waren, darunter Holzprodukte, Schrott und Getreide, wurden mit dem Zug umgeschlagen (plus 1,9 Prozent). Besonders groß war das Wachstum in Torgau, wo sich der Transport über die Schiene verdoppelte.

Mit Blick auf einen weiteren Ausbau wies Loroff jedoch auf strukturelle Probleme hin: "Sie können nur wettbewerbsfähig zur Straße sein, wenn Sie zumindest im Tagesgeschäft, in der Transportzeit adäquat zur Straße liefern können." Aktuell sei jedoch kaum ein Güterzug pünktlich und Fahrtzeiten wie etwa 16 Stunden für die Strecke Dresden nach Duisburg seien nicht konkurrenzfähig.

Durchwachsener Ausblick

Die Aussichten für 2026 seien durchwachsen, sagte Loroff. Im Mittelpunkt stehe, das Unternehmen stabil zu halten und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern. 2025 wurden seinen Angaben zufolge acht Arbeitsplätze abgebaut. "Das haben wir über die normale Fluktuation lösen können", betonte Loroff. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben. Die SBO haben den Angaben nach aktuell 113 Mitarbeiter, die CSP 26.

Ausbau in Riesa läuft nach Plan

Den Hauptfokus sieht Lorofff im Ausbau des Hafens in Riesa. Dort läuft alles nach Plan: Planungsrecht und Baugenehmigungen liegen vor, erste vorbereitende Maßnahmen für den Bau des neuen Terminals sind bereits umgesetzt, wie der Geschäftsführer erläuterte.

Die SBO warten aktuell auf einen Förderbescheid des Bundes. Wenn der vorliege, werde über den Baubeginn entschieden. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Die ursprünglich anvisierte Investitionssumme von 30 Millionen Euro werde sich voraussichtlich erhöhen. Lorofff geht von einem Förderanteil von 78 Prozent der Kosten aus.

Quelle: dpa

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