SachsenTrotz Trockenheit: kein Engpass an Kühlwasser für Kraftwerke

Wegen niedriger Wasserstände in Flüssen sind in einigen Ländern Atom- und Wasserkraftwerke gedrosselt. Auch Sachsens Kohlekraftwerke brauchen viel Kühlwasser. Drohen hier ähnliche Schritte?
Boxberg/Neukieritzsch (dpa/sn) - Die lange Trockenheit setzt Sachsens Flüssen zu. Doch während in anderen Ländern deswegen Kraftwerke gedrosselt werden, sieht der Betreiber Leag keine Gefahr für die Kühlwasserversorgung der Braunkohlekraftwerke im Freistaat. "Es ist noch nie vorgekommen, dass die Kraftwerke mangels Wasser heruntergefahren werden mussten", sagt Sprecher Thoralf Schirmer auf dpa-Anfrage.
Das hängt auch damit zusammen, dass sie im Sommer wegen des hohen Angebots an Solarstrom ohnehin nicht voll ausgelastet sind. Dadurch ist der Bedarf an Kühlwasser geringer. Block S am Standort Lippendorf bei Leipzig befinde sich aktuell in Revision, sagt Schirmer.
Wasserversorgung aus Speicher und Tagebau
Zudem sind die Kraftwerke nicht direkt abhängig vom natürlichen Wasserstand der Flüsse. Lippendorf bezieht das Kühlwasser aus dem Speicher Witznitz - einem ehemaligen Tagebau bei Borna. Der wird je nach Bedarf und Verfügbarkeit mit Wasser aus der Freiberger Mulde gespeist.
Das Kraftwerk Boxberg in der Lausitz beziehe sein Kühlwasser aus dem Schwarzen Schöps, sagt Schirmer. In den Fluss wiederum werde kontinuierlich Wasser aus dem benachbarten Braunkohle-Tagebau geleitet, den der Energiekonzern Leag ebenfalls betreibt. So könne er selbst für genügend Kühlwasser sorgen. Durch den Tagebau falle mehr Wasser an, als für die Kraftwerkkühlung gebraucht werde. Das stütze den Wasserhaushalt der Spree - gerade in Trockenzeiten.
Flächendeckend Niedrigwasser an Sachsens Flüssen
Laut einer Übersicht des Landeshochwasserzentrums herrscht flächendeckend Niedrigwasser an Sachsens Flüssen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Ähnlich ist das Bild an vielen anderen Flüssen in Deutschland und Europa. So mussten an der Donau mehrere österreichische Wasserkraftwerke ihre Produktion drosseln. In Ungarn und in Rumänien wurden Kernkraftwerke heruntergefahren, weil es dort an Kühlwasser fehlt.