SachsenWaldbrand bei Plauen unter Kontrolle - Einsatz über Nacht

Die Stadt Plauen spricht vom größten Waldbrand der vergangenen drei Jahrzehnte. Die Flammen sind zwar unter Kontrolle. Doch der Feuerwehr-Einsatz soll noch die ganze Nacht lang dauern.
Plauen (dpa/sn) - Der Waldbrand bei Plauen im Vogtlandkreis ist unter Kontrolle. Am Mittag waren nach Aussagen von Augenzeugen keine offenen Flammen, aber immer noch dichte weiße Rauchwolken zu sehen. Die Löscharbeiten dauerten an - am Abend waren nach Angaben der Stadt noch 130 Kräfte im Einsatz. Tagsüber unterstützen zwei Löschhubschrauber aus der Luft. Sie sollen auch am Donnerstag helfen.
"Aufgrund der Witterungs- und Bodenlage ist mit einem Abschluss der Löscharbeiten innerhalb der nächsten Stunden nicht zu rechnen; der Einsatz wird sich über die Nacht erstrecken", teilte die Stadt mit. Auffrischender Wind lasse immer wieder Glutnester im Unterholz aufflammen.
Die Löschhubschrauber holen ihr Wasser aus der Talsperre Pöhl und können je nach Füllstand in den Kraftstofftanks bis zu 900 Liter Wasser aufnehmen. Sie waren am Mittwoch bis 17.30 Uhr im Einsatz und sollen am Donnerstag ab 9.00 Uhr weiter unterstützen.
Die Stadt Plauen hatte am Morgen eine erste Entwarnung gegeben. Das Feuer im Gebiet "Schwarzes Holz" hat eine Fläche von etwa sieben Hektar erfasst, die mit einer Hanglage und viel Unterholz sehr schwer zugänglich sei, hieß es. Sieben Hektar entspricht etwa der Größe von knapp zehn Fußballfeldern.
Drohne dokumentiert Erfolge bei der Brandbekämpfung
"Um kurz vor 6.00 Uhr haben sich die Einsatzkräfte mit der Drohne ein aktuelles Bild der Lage verschafft. Es zeigt sich, dass die offenen Flammen deutlich eingegrenzt werden konnten. Jedoch ist der Boden noch sehr heiß, weswegen die Löscharbeiten voraussichtlich noch länger andauern werden", hieß es im Lagebericht.
Am Morgen wurden zudem weitere Einsatzkräfte zur Verstärkung alarmiert. "Uns hilft aktuell, dass die Luft hier vor Ort sehr feucht und kühl ist, was einen positiven Effekt auf die Löscharbeiten hat", erklärte René Schreiter, Bereichsleiter Sicherheit und Ordnung. Für die Nachtstunden hofften die Einsatzkräfte auf abflauenden Wind und einstellige Temperaturen, was das Abkühlen der Glutnester begünstigen würde.
Größter Waldbrand der vergangenen 30 Jahre
Das Feuer wütete seit Dienstagabend in dem Waldstück. Die Ursache ist noch unklar. Die Stadt sprach von einem der größten Brände der letzten Jahrzehnte in der Region. "Wir reden hier von dem größten Brandereignis, das wir in den Wäldern und auf den Feldern in den letzten 30 Jahren hatten", sagte Oberbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Er dankte allen Einsatzkräften.
Schwierige Löscharbeiten wegen Hanglage und Totholz
Für die Feuerwehrleute läuft der Löscheinsatz unter erschwerten Bedingungen. Ein Teil des Geländes liege an einem steilen Hang und sei mit Feuerwehrautos nicht befahrbar, hieß es. Feuerwehrleute müssten sich daher zu Fuß vorarbeiten und die Schläuche kontinuierlich verlängern. Einsatzkräfte hätten zudem eine Schneise in den Wald geschlagen, um die Flammen zu stoppen. Das Technische Hilfswerk prüfte den Aufbaue einer stabilen Löschwasserversorgung über die Hanglagen.
Ein weiteres Problem sei das viele Totholz, erklärte Feuerwehrchef Patrick Heinritz. Bei dem betroffenen Wald handelt es sich um einen sogenannten Renaturierungswald. Dort werden umgestürzte Bäume häufig liegengelassen, um Lebensräume für Käfer und Insekten zu werden.
Bundesstraße 173 für Verkehr wieder frei
Nachdem die Bundesstraße 173 stundenlang gesperrt war, wurde sie am Morgen für den Verkehr wieder freigegeben. Die Stadt machte aber darauf aufmerksam, dass weiterhin mit Verkehrseinschränkungen durch Einsatzfahrzeuge zu rechnen sei. Anwohner in einem Radius von zwei Kilometern wurden aufgerufen, Fenster und Türen wegen des Rauchs geschlossen zu halten.
An der Kreuzung Unterlosaer Straße/Am Schwarzen Holz wurde eine Straßensperre eingerichtet. "Ein Durchkommen ist dort aktuell nicht möglich. Auch am Touristenweg ist eine Sperrung eingerichtet", hieß es im Lagebericht der Stadt.
Spaziergänger sollen Waldgebiet meiden
Die Stadt bat darum, das Waldstück nicht aufzusuchen. "Wir bitten alle Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer und generell alle Personen, das Gebiet weiträumig zu meiden, da dies sonst auch den Einsatz der Löschhubschrauber behindern kann", betonte Schreiter.