ThüringenHirte: Finanzzusage für Mitte-Deutschland-Trasse steht

Die Ost-West-Verbindung durch Thüringen ist für Bahnfahrer ein leidiges Thema. Seit Jahren wird über die Elektrifizierung und den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung geredet. Passiert jetzt etwas?
Erfurt/Berlin (dpa/th) - Die Finanzzusage für den Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung durch Thüringen soll trotz Amtswechsels im Bundesverkehrsministerium Bestand haben. "Das ist eine politische Vereinbarung, die aus meiner Sicht uneingeschränkt gilt", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, der Deutschen Presse-Agentur.
Er habe keinen Zweifel daran, dass die Finanzierungszusage für die West-Ost-Bahntrasse, bei der es seit Jahren um Ausbau und Elektrifizierung geht, umgesetzt werde. Es gebe nach der Entlassung von Patrick Schnieder als Bundesverkehrsminister und der Berufung von Steffen Bilger (beide CDU) keine Abstriche an dem, was zugesagt sei, sagte Hirte.
Als Thüringer sei ihm der Ausbau der Schienentrasse wichtig, so Hirte, der aus Bad Salzungen stammt. Konkret geht es um die Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz - Investitionen im dreistelligen Millionenbereich sind nötig. Hirte war beim Amtswechsel an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums nach eigenen Angaben zunächst auch entlassen und dann von Bilger als parlamentarischer Staatssekretär erneut berufen worden.
Millionenprojekt soll ab 2027 Fortschritte machen
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hatte von Schnieder in einem Brief im Juli quasi eine Zusage für das Großprojekt bekommen. In dem Schreiben, das der dpa vorliegt, informierte Schnieder über eine Aufstockung der Mittel für den Schienenverkehr. Weiter heißt es: "Angesichts der Bedeutung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) für das Schienennetz insgesamt könnten wir auf dieser Grundlage und im Rahmen der Priorisierung der Bedarfsplanmittel die Finanzierung der MDV absichern."
Wie Hirte äußerte sich auch Thüringens Regierungschef zuversichtlich, dass das Großprojekt nun vorankommt. "Die Mitte-Deutschland-Verbindung wird einen guten Weg für uns nehmen", sagte Voigt auf Anfrage in Erfurt. Den Finanzierungsplänen ab 2027 muss der Bundestag zustimmen.
Fernverkehr in Thüringen und Sachsen soll profitieren
Thüringen hofft seit Jahren auf die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau der Teilstrecke zwischen Weimar und Gößnitz (Altenburger Land). Das Projekt sei über Jahre kaum vorangekommen, sagte Voigt. Auf dem Abschnitt fahren aktuell meist noch Dieselloks. Laut Plan der Bahn sollen im Jahr 2031 elektrische Züge fahren.
Immer wieder gab es Sorgen, dass das Projekt mangels Finanzierung vom Bund gekippt werden könnte. Die ausgebaute Trasse soll für eine schnellere Verbindung von Dresden in Sachsen über Thüringen in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet sorgen. Nach früheren Angaben werden Baukosten in Höhe von 544 Millionen Euro veranschlagt - mitunter werden auch Beträge bis 700 Millionen Euro genannt, die bis Ende des Jahrzehnts fließen müssten.