ThüringenJuckende Bisse? Was es mit den Herbstgrasmilben auf sich hat

Im Sommer sind viele kleine Tierchen unterwegs, die stechen oder beißen. Nicht ganz so bekannt wie Mücken oder Zecken sind Herbstgrasmilben, die starken Juckreiz verursachen können.
Jena (dpa/th) - In den Sommermonaten sind sie wieder aktiv: die Herbstgrasmilben. Auch in Thüringen sind die kleinen Spinnentiere beheimatet. Wie verbreitet sie im Freistaat sind, wird jedoch nicht erfasst, wie es vom Thüringer Landesamt für Umwelt heißt. Deswegen könne die Behörde keine Aussagen über eine mögliche Veränderung des Vorkommens machen. Generell sei die Herbstgrasmilbe jedoch etabliert in Thüringen.
Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis), auch Erntemilben oder Herbstmilben genannt, gehören zur Gattung der Spinnentiere - sie sind also keine Insekten. Sie können etwa auf Wiesen, Parks, Gärten oder anderen Grünflachen vorkommen, wie Alex Christian, ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Sektion Arachnida am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und nun ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung, erklärte.
Als Larven sind Herbstgrasmilben parasitisch, das heißt, sie suchen nach einem geeigneten Wirt. Das seien vor allem kleinere Säugetiere, könnten aber auch Menschen sein, so der Zoologe. Auf diese gehen sie über und beißen sie. An den betroffenen Hautstellen entstehen dann rote Quaddeln, gepaart mit einem starken Juckreiz. Anders als manche Mückenarten oder Zecken übertragen sie jedoch keine Krankheiten.
Vorkommen von Juli bis September
Durch den Juckreiz nehmen viele Menschen diese Milbenart erst wahr. Denn durch ihre Größe von weniger als einem halben Millimeter sind sie laut Umweltamt für Laien kaum sichtbar. Auch wenn der Biss der Spinnentiere lästig ist, spielen die Herbstgrasmilben demnach eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf. Als erwachsene Tiere ernähren sie den Angaben nach von kleinen Gliederfüßern und Insekteneiern und sind damit Teil des Bodenökosystems.
Laut dem Sprecher des Naturschutzbunds (Nabu) Thüringen kommt die Herbstgrasmilbe in denen für sie geeigneten Lebensräume in ganz Thüringen vor - von Rasenflächen über Gärten bis hin zu Wiesen und Weiden. Die Hauptzeit, in der sie auftreten, ist laut Nabu von Juli bis September. Wer sich im Freien aufhält, kann zum Schutz vor den Spinnentieren lange Kleidung sowie festes Schuhwerk tragen und die Hose in die Socken stecken. Nach dem Ausflug in der Natur sollte man sich auch noch gut abduschen.