Die richtige Option findenQual der Vertragswahl: Was macht einen guten Mobilfunktarif aus?

Der Markt für Mobilfunktarife ist unüberschaubar groß, die richtige Option für die eigenen Bedürfnisse zu finden, oft gar nicht so einfach. Eine Orientierungshilfe.
Was macht eigentlich einen guten Mobilfunktarif aus? Klingt nach einer einfachen Frage, auf die es jedoch kaum eine allgemeingültige Antwort gibt. Tatsächlich hängt die Wahl der richtigen Option vor allem von den persönlichen Ansprüchen ab. Natürlich ist ein niedriger Preis immer willkommen und ein üppiger Leistungsumfang selten schlecht; um jedoch das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen, sollte im Vorhinein klar sein, in welchem Umfang der Tarif tatsächlich genutzt wird.
Die Variablen: Datenvolumen, Tempo, Preis, Laufzeit
Telefon- und SMS-Flatrates sind heute obligatorisch und eigentlich in jedem Tarif enthalten. Zentraler und stark variierender Bestandteil moderner Smartphone-Tarife ist hingegen das enthaltene Datenvolumen. Das reicht von wenigen Gigabyte bis zu unbegrenztem Vorrat, wobei sich die Größe meist unmittelbar auf den Preis auswirkt. Kleiner ist in der Regel immer günstiger. Tatsächlich benötigen die meisten User weit weniger, als sie glauben und die Anbieter suggerieren. Für das gelegentliche Abrufen von E-Mails, das Schreiben von WhatsApp-Nachrichten und die eine oder andere Google-Suche sind fünf Gigabyte Datenvolumen im Monat oft vollkommen ausreichend und zum Beispiel beim noch jungen Anbieter Spusu schon ab 4,90 Euro zu haben.
5 GB 5G-Datenvolumen im Vodafone-Netz
Bis zu 200 Mbit/s
Kein Anschlusspreis
Monatlich kündbar
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Normal- und Power-User: Mehr von allem?
Selbst wer regelmäßig Musik und Videos streamt, Online-Games zockt oder Cloud-Dienste nutzt, benötigt meist nicht gleich einen teuren Dauerdraht mit unbegrenztem Datenvolumen. 50 Gigabyte sollten für anspruchsvolle Normalnutzer ausreichen. Nur wer regelmäßig riesige Downloads tätigt, große Daten übers Netz versendet oder sein Smartphone häufig als WLAN-Hotspot für andere Geräte nutzt, sollte über einen Unlimited-Tarif nachdenken. Einen spannenden Kompromiss bietet o2 mit dem Tarif o2 Mobile on Demand M an.
50 GB 5G-Datenvolumen
Bis zu 300 Mbit/s
Alle 12 Monate 5 GB mehr
Beliebig oft kostenlose 1-GB-Datenpakete nachbuchen
Vertragslaufzeit: 24 Monate
Anschlusspreis 39,99 Euro
Der beinhaltet 50 Gigabyte Datenvolumen, das sich alle zwölf Monate um fünf Gigabyte erhöht. Ist der Vorrat erschöpft, lässt er sich beliebig oft ohne weitere Kosten wieder auffüllen. Das erfolgt zwar in Ein-Gigabyte-Schritten per SMS und ist in der Praxis etwas umständlich, dafür gibt es hier für 19,99 Euro im Monat effektiv unbegrenztes Datenvolumen, mit dem Nutzer für alle Eventualitäten gewappnet sind. Ideal für Normal-User mit gelegentlichem Mehrbedarf. Neben dem variablen Datenvolumen punktet der Tarif mit einer weiteren Stärke, die vor allem für Power-User relevant ist.
Zwischen 50 und 300 Mbit/s: Die richtige Datenrate
Neben der Größe des Datenvolumens spielt bei intensiver Netznutzung die Datenrate bisweilen eine nicht unbedeutende Rolle. Die wird in Megabit pro Sekunde angegeben und zeigt an, mit welchem Tempo die Verbindung ins Internet maximal zur Verfügung steht. Die Obergrenze aktueller Mobilfunkangebote liegt in der Regel bei 300 Mbit/s, wie sie auch im oben genannten o2-Tarif möglich ist. Die meisten Discount-Optionen hingegen drosseln das Tempo auf 50 Mbit/s.
Das entspricht LTE-Tempo und ist für die normale Alltagsnutzung mehr als ausreichend. Im Gegenzug bieten solche Discount-Tarife oft verhältnismäßig große Datenkontingente zu kleinen Preisen. Wer viel mobil surft, dabei aber keinen Bedarf für übermäßig hohe Surf-Geschwindigkeiten hat, ist bei Anbietern wie Happy SIM an der richtigen Adresse. Hier winkt aktuell etwa eine 75-Gigabyte-Allnet-Flat im Telefónica-Netz für 9,99 Euro im Monat, die in den ersten zwei Monaten sogar kostenlos ist.
75 GB im Vodafone-Netz
Bis zu 50 Mbit/s
Kein Anschlusspreis
Vertragslaufzeit: 24 Monate
2 Monate gratis
Einen guten Mittelweg zwischen Tempo, Preis und Größe des Datenvolumens bietet einmal mehr Spusu. Der Anbieter aus Österreich offeriert all seine Tarife mit einer Datenrate von bis zu 200 Mbit/s, ruft aber dennoch sehr moderate Grundgebühren auf. Ein aktueller Aktionstarif kostet nur 12,90 Euro im Monat und beinhaltet 100 Gigabyte Datenvolumen im Vodafone-Netz sowie ein ebenfalls in allen Spusu-Tarifen enthaltenes Depot, das es ermöglicht, nicht aufgebrauchte Daten in die Folgemonate zu übertragen.
100 GB im Vodafone-Netz
Bis zu 200 Mbit/s
Kein Anschlusspreis
Monatlich kündbar
Mögliche Kostenfallen
Ein wichtiger Faktor bei der Wahl des richtigen Mobilfunktarifs ist die Transparenz. Viele Angebote sind mit Kostenfallen gespickt, die oft nur beim Lesen des "Kleingedruckten" auffallen. Insbesondere Discounter erhöhen nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit gerne mal den monatlichen Grundpreis drastisch, sodass der Vertrag rechtzeitig gekündigt werden muss. Das ist nicht zwingend ein Beinbruch, oft sind diese Angebote dafür in den ersten zwei Jahren besonders günstig. Kunden sollten den Preissprung aber auf dem Schirm haben.
Ein Beispiel für einen starken Tarif mit entsprechendem Pferdefuß liefert etwa Klarmobil mit einem aktuellen Geburtstags-Deal. Der Provider bietet eine Vodafone-Flat mit 150 Gigabyte und 100 Mbit/s für 14,99 Euro im Monat an. Nach 24 Monaten allerdings steigt der Preis auf 19,99 Euro. Das bleibt sogar noch im Rahmen, oft sind solche Preissprünge noch größer, dennoch dürfte es zu gegebener Zeit bereits bessere Deals geben, sodass sich ein Wechsel aufdrängt.
150 GB im Vodafone-Netz
Bis zu 100 Mbit/s
Kein Anschlusspreis
Mindestvertragslaufzeit: 24 Monate
Die Wahl des Netzes
In Deutschland gibt es drei große Betreiber von Mobilfunknetzen, die lange einen unterschiedlich guten Ruf genossen. Mittlerweile liegen die Netze von Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica/o2 technisch jedoch so nah beieinander, dass die Leistungsunterschiede kaum noch relevant sind. Was hingegen durchaus noch immer eine Rolle spielen kann, ist der Netzausbau am eigenen Wohnort. Funklöcher sind bis heute ein Thema. Wer ausgerechnet in einem solchen wohnt, kann mit dem besten Netz nichts anfangen. Es sollte daher vor Vertragsabschluss geprüft werden, welches Netz in der eigenen Region gut funktioniert. Erfahrungswerte von Freunden und Verwandten können gute Anhaltspunkte liefern.
Ideale Rahmenbedingungen
Wie der perfekte Tarif im Detail aussieht, bestimmen am Ende des Tages zwar die eigenen Ansprüche und Vorlieben, pauschal gilt aber: Je klarer Preis und Leistungsangebot gestaltet sind, desto weniger lässt sich mit einem Vertrag falsch machen. Hohe Anschlussgebühren, undurchsichtige Kostenstrukturen und Rabatte sowie lange Vertragslaufzeiten sollten zumindest immer dazu ermuntern, genauer hinzusehen, ob es einen Haken gibt.
Im Idealfall verzichten Anbieter auf Kosten, die über die monatliche Grundgebühr hinausgehen, sowie auf lange Mindestlaufzeiten. Damit ist eine starke Basis gelegt. Wenn dann auch noch Monatspreis, Datenvolumen und Datenrate zu den eigenen Ansprüchen passen, kann kaum noch etwas schiefgehen.