Sport

Mit F1-Hilfe zum America's Cup "170 Jahre Schmerz" sollen ein Ende finden

imago0049729828h.jpg

Beeindruckende Technik.

(Foto: imago images/Xinhua)

Der America's Cup ist die älteste Sporttrophäe der Welt, doch einen britischen Sieger gab es in 170 Jahren noch nicht. Ben Ainslie will das ändern, Unterstützung gibt es dabei sogar aus der Formel 1. Die ersten Ergebnisse sind allerdings nicht allzu vielversprechend.

Ben Ainslie legte die Stirn in Falten, es wirkte fast so, als spüre er die tiefe Wunde der britischen Seele am eigenen Leib. "Wir haben im Sport so gut wie alles gewonnen - bis auf den America's Cup. Das schmerzt wirklich", sagte der Segel-Superstar: "Und es sind 170 Jahre voller Schmerz." Der 43-Jährige, im Jahr 2013 zum Ritter geschlagen, ist besessen davon, die Leidensgeschichte zu beenden.

"Wir geben so viel Gas, um den Cup zurück nach Großbritannien zu bringen", sagte der erfolgreichste Segler der Olympiageschichte mit einem entschlossenen Funkeln in den Augen. In der Nacht zu Freitag (3 Uhr/Stream bei Servus TV) starten die Herausforderer-Rennen der 36. Ausgabe des America's Cup.

Der Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt beginnt wieder, es geht vor Neuseeland um die legendäre Silberkanne, die 1851 erstmals der britische Royal Yacht Squadron für eine Wettfahrt um die Isle of Wight auslobte. Seitdem hat sich der Cup immer wieder stark gewandelt, so auch von der letzten Ausgabe 2017 vor Bermuda hin zum Großevent in Auckland.

Am deutlichsten ins Auge stechen werden die neuen, spektakulären Boote. 75 Fuß lange Hightech-Geschosse, die von elf Seglern an Bord mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde über das Wasser gejagt werden. "Auch wenn es Ein-Rumpf-Boote sind, fliegen sie dank der Foiling-Technologie wie die Katamarane schnell über das Wasser, bewegen sich aber agiler", sagte Jochen Schümann, zweimaliger Cup-Gewinner.

Mehr Technik als Segeln?

Schon das erste Aufeinandertreffen der vier Teams rund um Weihnachten lieferte einen Vorgeschmack auf spektakuläre Duelle, die maßgeblich von den Entwicklern geprägt sind. In den Herausforderer-Rennen kämpfen neben Ainslies Ineos Team UK noch Luna Rossa aus Italien und das US-amerikanische Team American Magic des New York Yacht Clubs um den Platz im eigentlichen America's Cup gegen Titelverteidiger Emirates Neuseeland ab dem 6. März.

Schümann empfand die Testregatten als "recht abwechslungsreich" und hat "durchaus viele Segelmanöver" gesehen. Er hätte sich aber mehr Teilnehmer gewünscht, die Herausforderer-Serie sei in der jetzigen Form "dicht an einer Farce". Doch die hohen Team-Budgets im dreistelligen Millionenbereich schrecken weitere Kandidaten ab. Und mit kleineren Mitteln hat man in dem Technologiewettbewerb schlichtweg keine Chance.

Es stelle sich "wie bei der Formel 1 die Frage, was vorherrschend sein soll", sagte Schümann: "Ist es die Weltmeisterschaft der Ingenieure oder die Weltmeisterschaft der Fahrer beziehungsweise Segler?" Das Gleichgewicht habe sich wahrscheinlich ein wenig Richtung Technologie verschoben: "Wer das beste Paket hat, wird gewinnen."

Dass dies "King Ben Ainslie" sein wird, scheint derzeit unwahrscheinlich, obwohl er eng mit den Formel-1-Weltmeistern von Mercedes kooperiert. Bei den Testrennen blieb er mit seiner Crew ohne Sieg - ein deutlicher Rückschlag in der Kampagne. Doch das spornt nur noch mehr an, das Boot noch einmal "entscheidend" zu verbessern, wie er sagt. Schließlich lastet die Hoffnung der Briten auf seinen Schultern.

Quelle: ntv.de, Peer Lasse Korff, sid