Sport

Zu 16 Monaten Haft Box-Champion Brähmer verurteilt

Box-Weltmeister Jürgen Brähmer wird zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Damit droht ihm das Ende seiner Karriere.

2ons4116.jpg842469204878522461.jpg

Jürgen Brähmer steht vor dem Ende seiner Karriere - weil er wiederholt auch privat "geboxt" hat.

(Foto: dpa)

Der Schweriner Box-Weltmeister Jürgen Brähmer muss für ein Jahr und vier Monate in Haft. Das Amtsgericht Schwerin sprach den vorbestraften Halbschwergewichtler der Körperverletzung in zwei Fällen und der Beleidigung schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-Jährige im September 2008 eine Frau in einer Schweriner Diskothek beschimpft und ihr ins Gesicht geschlagen hat. Zuvor soll er in einer Bar den Betreiber mit Fausthieben verletzt haben. Dies war während einer Bewährungszeit geschehen. Brähmer bestreitet die Taten, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Insbesondere der angebliche Angriff auf die Frau wirft Fragezeichen auf. In einer ersten Untersuchung nach dem Zwischenfall wurden von einem Arzt keinerlei Anzeichen körperlicher Gewalt festgestellt. Erst drei Tage später stellte ein mit der Frau bekannter Arzt Hämatome und einen Nasenbeinbruch fest.

Immer wieder Probleme

Brähmer war bereits 1998 zu einer mehrjährigen Jugendstrafe wegen gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung verurteilt worden. Nach einer weiteren Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung ist Brähmer seit 2005 auf Bewährung wieder auf freiem Fuß. Bei dem damaligen Vorfall hatte Brähmer in Hamburg ein Auto gerammt und Fahrerflucht begangen. Nachdem er vom Unfall-Opfer gestellt worden war, schlug er den Mann nieder.

brähmer.jpg

Brähmer mit dem WBO-Gürtel.

(Foto: REUTERS)

Auch nach der neuerlichen Verurteilung hofft Brähmers Manager Klaus-Peter Kohl weiter auf einen Freispruch seines Schützlings: "Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wir werden uns in Ruhe die Begründung ansehen und uns mit Jürgen und seinen Anwälten besprechen. Diese haben schon angekündigt, in Berufung zu gehen", sagte der Hamburger Promoter: "Aufgrund der positiven Gutachter-Aussagen und da es nicht einen einzigen Belastungszeugen außer der Klägerin gibt, glaube ich weiterhin an Jürgens Unschuld."

Großes Talent

Sollte das Urteil indes bestätigt werden, steht Brähmer vor dem Ende seiner einst als verheißungsvoll eingestuften Karriere. Schon 1996 deutete der Rechtsausleger bei der Junioren-WM auf Kuba eindrucksvoll seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an, als er im Finale einen Kubaner regelrecht demütigte. 1999 folgte dann der erste Profikampf.

Im November 2009 wurde Brähmer zum offiziellen Weltmeister der World Boxing Organization (WBO) ernannt, nachdem der bisherige Champion Zsolt Erdei die Gewichtsklasse gewechselt hatte und deshalb nicht zur Pflichtverteidigung angetreten war. Vor drei Wochen verteidigte Brähmer erstmals seinen Titel gegen den Russen Dmitri Suchotski durch einen Punktsieg. Es kjönnte seine letzte Titelverteidigung gewesen sein.

Quelle: ntv.de, dpa/sid