Usyks Team prüft OptionenIran-Krieg könnte "Plan B" für absurdes Boxspektakel auslösen

Schwergewichts-König Oleksandr Usyk soll seine Krone am 23. Mai an den Pyramiden von Gizeh verteidigen. Wegen des Iran-Kriegs könnte der absurd-spektakuläre Plan allerdings platzen.
Der Krieg im Mittleren Osten zwischen den USA und Israel sowie der Islamischen Republik Iran wirkt sich auch auf die Sportwelt aus. Die für April geplanten Formel-1-Rennen am Persischen Golf in Saudi-Arabien und Bahrain sind ebenso wie andere Sport-Events in der Region abgesagt. Und auch die am 23. Mai angesetzte Schwergewichts-Weltmeisterschaft in Ägypten zwischen Titelträger Oleksandr Usyk und Rico Verhoeven könnte zur Disposition stehen. Das Duell zwischen Box- und Kickbox-König soll im Schatten der Pyramiden von Gizeh stattfinden. Der Weltverband WBC hat das sportlich äußerst fragwürdige Aufeinandertreffen dennoch als Titelkampf abgesegnet.
Sein Management ziehe alternative Optionen in Betracht, sagte Usyk dem ukrainischen Sender Suspline Sport. "Das Team schaut zu 100 Prozent auf Plan B." Ägypten ist zwar nicht direkt in den US-israelischen Krieg gegen das Mullah-Regime involviert. Die USA stuft das Land am Nil aber in die Risiko-Kategorie 2 ein und rät Touristen zu erhöhter Vorsicht.
Er sei voll auf die Vorbereitung fokussiert und denke über die politische Lage "überhaupt nicht nach", sagte Usyk. "Ich weiß, dass ich trainieren muss und wenn etwas passiert, sagt mir es das Team, ich bin nicht nervös. Ich bete einfach - das war's." Gegen den als Kickboxer zu Weltmeister-Ehren gekommenen Verhoeven hat der in 24 Profikämpfen ungeschlagene Usyk auf dem Papier alle Vorteile auf seiner Seite. Verhoeven hat im Boxen bisher lediglich einen Profikampf bestritten - und das war 2014. Bei den Buchmachern ist der Ukrainer 20:1-Favorit.
Usyk macht Deutschem Hoffnung
Er werde den 36-jährigen Verhoeven allerdings keinesfalls unterschätzen, betonte Usyk. "Mein Training ändert sich nicht. Ich bereite mich auf jeden Gegner genauso ernst vor. Ich trainiere gegen mich selbst, ich bin für mich selbst der härteste Gegner, denn die Chancen sind gleich."
Der WBC hat Usyk aufgefordert, seinen Titel nach dem Duell mit Verhoeven gegen den Deutschen Agit Kabayel zu verteidigen. Kabayel ist als "Interims"-Weltmeister des Verbandes Pflichtherausforderer des 39-jährigen Champions. Nachdem er Kabayel lange öffentlich ignoriert hatte, machte Usyk dem 33-jährigen Bochumer zuletzt leise Hoffnung auf die ersehnte WM-Chance. Seine Pläne seien "nicht in Stein gemeißelt". Es sei möglich, dass er nicht wie von ihm gewünscht ein drittes Mal gegen Tyson Fury kämpfe, sondern gegen Kabayel, sagte Usyk der Daily Mail.