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Galopp-Sport in großer Sorge Deutscher Vorzeige-Rennbahn droht das Aus

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Ob 2021 Rennen in Iffezheim stattfinden, ist offen.

(Foto: imago images/Galoppfoto)

Der deutsche Galopprennsport bangt um die Zukunft seiner traditionsreichen Rennbahn im baden-württembergischen Iffezheim. Die Idee einer gemeinsamen Betreibergesellschaft mit der Anlage in Berlin-Hoppegarten scheitert allerdings.

Der deutsche Galopprennsport ächzt weiter unter den Auswirkungen der Corona-Krise, und jetzt ist auch noch die Zukunft der Vorzeige-Rennbahn in Iffezheim bei Baden-Baden völlig offen. Das mit großen Hoffnungen angesehene Projekt einer gemeinsamen Betreibergesellschaft der beiden traditionsreichen Rennbahnen in Berlin-Hoppegarten und Iffezheim ist für das kommende Jahr endgültig vom Tisch. Damit sei ein nahtloser Übergang der existierenden Strukturen auf eine neue Betreiberkonstellation nicht möglich, wie der Dachverband Deutscher Galopp mitteilte.

"Wir müssen nun neu denken und Alternativen verfolgen. Den Rennbetrieb auch im kommenden Jahr auf dieser wunderbaren Rennbahn aufrechtzuerhalten, bedeutet für uns alle eine große Herausforderung. Das ist nicht einfach", sagte Verbandspräsident Michael Vesper und appellierte flehentlich: "Wir ermuntern alle, denen an der Zukunft des Galopprennsports liegt, sich an der Rettung der Rennen in Iffezheim zu beteiligen."

Die Zeit drängt. Die Planungen für das Frühjahrs-Meeting müssen vorangetrieben werden, ebenso die für die Große Woche Ende August/Anfang September. Vesper kündigte daher viele Gespräche vor Ort in den nächsten Tagen an. Das klar formulierte Ziel von Vesper lautet: "Hier weiterhin hochwertige Rennen zu ermöglichen." Dies könne nur gelingen, "wenn sich die Kräfte in Bürgerschaft und Wirtschaft vor Ort und in der Region bündeln und daran aktiv mitwirken." Angewiesen sei man "vor allem auch auf die Unterstützung der Politik, mit der wir in einem guten, sehr hilfreichen Dialog stehen."

Systemrelevant, aber bedroht

Baden Racing hatte den Pachtvertrag für die Rennbahn mit der Gemeinde Iffezheim im September zum Jahresende außerordentlich gekündigt. Als Grund waren die "dramatischen Verluste" durch die Corona-Krise angeführt worden. Daher sah sich Baden Racing nicht mehr in der Lage, die geforderte Pacht in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr zu zahlen.

Seitdem ist man auf der Suche nach einer Nachfolgeregelung. Zuletzt war eine gemeinsame Betreibergesellschaft mit der Rennbahn in Hoppegarten favorisiert worden. Gerhard Schöningh, Vizepräsident von Deutscher Galopp und Eigentümer der Rennbahn Hoppegarten, kam nun aber zu dem Schluss, ein solches Engagement aktuell nicht einzugehen. "Wir bedauern diese Absage sehr, denn wir hätten mit der ersten gemeinsamen Betreibergesellschaft zweier Bahnen gern ein neues Kapitel des Rennsports in Deutschland aufgeschlagen", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes.

Jetzt ist die Sorge groß. Die Große Woche in Iffezheim gilt als Flaggschiff des deutschen Rennsports. Insgesamt werden vor den Toren Baden-Badens drei Meetings im Jahr plus die wichtigen Auktionen durchgeführt. "Iffezheim ist für den Gesamtrennsport von großer Bedeutung - ja, systemrelevant", sagte Besitzervereinigungs-Präsident Manfred Ostermann und forderte: "Wir müssen nun alles tun, den Rennbetrieb für das kommende Jahr sicherzustellen."

Quelle: ntv.de, Oliver Mucha, sid

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