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Suspekter Coach Baffert trauert Erfolgshengst stirbt nahe der Ziellinie

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Medina Spirit (v.) auf der beeindruckenden Churchill Downs Rennbahn.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Im Mai gewinnt Medina Spirit das berühmte Kentucky Derby. Kurz darauf wird ein positiver Dopingtest bekannt. Der führt unter anderem zu einer langen Sperre für Bob Baffert, seinen Trainer. Jetzt ist der 3-jährige Hengst tot zusammengebrochen. Die Todesursache ist noch ungeklärt.

Der Kentucky-Derby-Sieger Medina Spirit ist am Montag auf der Rennbahn Santa Anita in Südkalifornien verstorben. Der 3-jährige Hengst brach kurz nach einem Trainingslauf nahe der Ziellinie zusammen. Er "starb plötzlich an einem wahrscheinlichen Herzinfarkt, wie das Veterinär-Team, das sich vor Ort um ihn kümmerte, feststellte", teilte die Rennbahn auf ihrer Webseite mit.

Medina Spirit hatte gerade sein morgendliches Training absolviert und befand sich noch im Zielbereich, als er zusammenbrach und sofort verstarb, erklärte das California Horse Racing Board (CHRB) dem US-Sender CNN. Die Rennbahn erklärte, dass die genauen Umstände des Todes noch überprüft werden.

Nach dem Sieg im Kentucky Derby, das Medina Spirit mit einer halben Länge Vorsprung gewann, war er positiv auf Doping getestet worden. Bei dem Hengst wurde Bethamethason nachgewiesen, ein entzündungshemmendes Steroid, das bis spätestens 14 Tage vor einem Wettkampf verabreicht werden darf. Danach gilt es als Dopingmittel. Sein Trainer Bob Baffert bestritt erst, dem Hengst das Mittel gegeben zu haben. Später revidierte er seine Aussage. Er teilte mit, eine Salbe könnte den positiven Test verursacht haben.

29 Dopingfälle bei Pferden von Baffert

Baffert erhielt er von der Churchill Downs Rennbahn, dem Austragungsort des Kentucky Derby, ein zweijähriges Verbot, Pferde auf der Bahn laufen zu lassen. Erst im Kentucky Derby 2024 könnten somit wieder Pferde des 68-Jährigen an den Start gehen. Auch die New York Racing Association untersagte ihm den Einsatz auf den Rennbahnen in Belmont, Saratoga und Aqueduct. Die Untersuchungen zu dem Doping-Fall Medina Spirit dauern noch an. Sollte die Rennbahn bei ihrem Urteil bleiben, würde der Sieg dem zweitplatzierten Pferde Mandaloun zugesprochen.

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Bob Baffert im März 2020.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der umstrittene Trainer Baffert bestätigte den Tod des Hengsts ebenfalls. "Mein gesamter Stall ist erschüttert. Medina Spirit war ein großer Champion, ein Teil unserer Familie. Einer, der von allen geliebt wurde und wir alle betrauern diesen Verlust", teilte der Coach mit.

Baffert sieht sich seit einiger Zeit heftiger Kritik ausgesetzt. Laut eines Berichts der Washington Post vom vergangenen Sommer starben seit 2000 mindestens 74 von Baffert trainierten Pferde, die höchste Rate unter allen US-Trainern pro 1000 Starts. In 29 Fällen wurden Dopingvergehen seiner Pferde bekannt, doch die bisherige Strafe für Baffert soll sich auf nur 20.000 US-Dollar belaufen. Demgegenüber stehen Gewinnsummen von 321 Millionen US-Dollar.

Medina Spirit allein kam in seinen zehn Starts auf einen Verdienst von über 3.5 Millionen US-Dollar. Der Hengst war im Besitz des saudi-arabischen Rennstalls Zedan Racing Stables.

Quelle: ntv.de, sue

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