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Team New Zealand setzt sich ab Folgenschwerer Patzer beim America's Cup

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Team New Zealand fehlen noch zwei Erfolge.

(Foto: REUTERS)

"Es ist noch nicht vorbei", sagt Jimmy Spithill - aber der Skipper des Herausforderers Luna Rossa steht beim America's Cup vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Denn ein Fehler bei der Wende bringt seine Mannschaft um den Rennsieg. Für Team New Zealand scheint der Weg zum Titel frei.

Zwei Matchbälle für das Team New Zealand: Die Coronavirus-Pandemie wird keine überschäumenden Jubelfeiern zulassen, trotzdem können die segelverrückten Neuseeländer den insgesamt vierten Gewinn des America's Cup kaum erwarten. Schon am Dienstag könnten Steuermann Peter Burling und seine Crew die beiden noch fehlenden Tagessiege einfahren.

Drei Tage lang segelte Herausforderer Luna Rossa auf Augenhöhe mit, doch nun patzten die Italiener folgenschwer. Nach einer Niederlage in der insgesamt siebten Regatta steuerte Jimmy Spithill seine Yacht in Rennen acht bei der Wende vor der Luvtonne in ein Windloch und kam praktisch zum Stehen.

Nahezu hilflos musste der Australier mitansehen, wie aus einem Vorsprung von fast viereinhalb Minuten am Ende ein Rückstand von beinahe vier Minuten wurde. Statt eines Gleichstands von 4:4-Siegen liegen die Gastgeber vor Auckland nun mit 5:3 in Führung. Insgesamt sieben Erfolge reichen, um sich den Gewinn der 170 Jahre alten und damit ältesten Sporttrophäe der Welt zu sichern.

"Das ist nicht gut gelaufen, aber wir lernen jeden Tag dazu. Grundsätzlich wissen wir, dass wir Rennen gewinnen können. Wir waren schon früher in schwierigen Situationen, aber wir werden den Kopf nicht hängen lassen. Keiner bei uns liegt heulend in der Ecke", sagte Spithill.

Entscheidungsrennen noch nicht sicher

Und ergänzte: "Es ist noch nicht vorbei, nicht, bevor die Trophäe übergeben wird. Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir zurückschlagen können." Aufgeben, das kennt der 41-Jährige tatsächlich nicht. Denn sein Name steht für die spektakulärste Aufholjagd der Geschichte des Hochseesegelns. 2013 lag Spithill als Skipper der US-Yacht Oracle Team im Finale vor San Francisco gegen die Neuseeländer schon mit 1:8 zurück, am Ende stand es 9:8 für die USA.

Vier Jahre lang hatten die "Kiwis" an diesem Trauma gelitten, ehe 2017 vor den Bermudas die ersehnte Revanche gegen Rekordgewinner USA gelang. Diesmal will man sich auf heimischem Revier den Vorsprung nicht mehr nehmen lassen.

"Wir sind sehr zufrieden mit unserem Boot. Aber wir wissen: Ein Fehler, und die Italiener sind wieder dran", sagte Spithills neuseeländischer Rivale Burling optimistisch und warnend zugleich. Zumal sich auch die Regatta-Bedingungen vermutlich ändern werden, für Dienstag sind nur sehr schwache Winde prognostiziert. Sogar eine Absage wie schon am Sonntag vergangener Woche erscheint möglich.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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