Sport

Deutsche Reiter hart getroffen Herpes-Drama um sechs tote Fohlen

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Nationenpresreiter Sven Schlüsselburg verlor mehrere Pferde.

(Foto: imago images/ThomasReiner.pro)

Das aggressive Herpes-Virus, das derzeit den Pferdesport massiv befällt, trifft deutsche Reiter besonders hart. Eine Tragödie spielt sich auf dem Hof von Sven Schlüsselburg ab. Der Reit-Weltverband hat wegen der Verbreitung der Virus-Variante bereits die Notbremse getreten.

Das Herpes-Drama im Pferdesport nimmt immer dramatischere Züge an: vor allem in Deutschland. Acht Pferde sind nach Angaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) bisher gestorben. Vier Tiere erlagen der Viruserkrankung demnach in Spanien oder mussten eingeschläfert werden, vier weitere starben nach der Rückkehr. Zu den Opfern zählen zudem sechs Fohlen, die vor oder kurz nach der Geburt starben.

Am stärksten traf es den Nationenpreisreiter Sven Schlüsselburg, der bis Mitte Februar in Valencia ritt und das Virus unwissentlich mit auf seinen Hof im baden-württembergische Ilsfeld brachte. Zwei seiner Pferde sind tot, und sechs seiner Stuten verfohlten, wie es in der Fachsprache heißt. Auch der Springreiter Tim-Uwe Hoffmann aus Rahde verlor zwei Pferde durch die Infektionen.

Der Reit-Weltverband hatte derweil wegen der Verbreitung des Virus zuletzt bereits alle Turniere in elf europäischen Ländern bis zum 11. April abgesagt. Damit soll die weitere Verbreitung gestoppt werden. Durch die Verlängerung der zunächst bis zum 28. März laufenden Frist fallen die Weltcup-Finals im Springreiten und in der Dressur aus. Sie sollten in Göteborg ausgetragen werden.

"Jedes Pferd, das daran verstirbt, ist eines zu viel", hatte FN-Geschäftsführer Soenke Lauterbach jüngst dem Sportinformationsdienst gesagt: "Es gibt noch keine pandemische Lage. Damit es aber nicht so weit kommt, haben wir harte Maßnahmen ergriffen." Bei dem Turnier in Valencia hatten mehr 700 Pferde teilgenommen, die ersten davon waren bereits zurückgereist, als der Ausbruch festgestellt wurde.

Der Tierarzt Dr. Andreas Bücheler riet im Gespräch mit RTL/ntv zur Eindämmung der aktuellen Lage dringend zu einer Impfung. "Es gibt eine, und diese wird auch dringend empfohlen. Allerdings nicht bei kranken oder infizierten Pferden." Ein Problem dabei ist die Zeit, bis die Tiere erste Symptome zeigen. Die können zwei bis zehn Tage nach der Infektion auftreten. Als erste Symptome treten hohes Fieber und apathisches Verhalten auf.

Quelle: ntv.de, tno/tsi/dpa

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