Sport

"Kein Rennen, um Spaß zu haben" Herrmann verliert Platz vier und zweifelt

Die Strapazen haben gewaltige Spuren hinterlassen: Nach über 80 Tagen allein auf See lässt Boris Herrmann offen, ob er sich noch einmal für die Vendée Globe, die härteste Segelregatta der Welt, motivieren kann. Seine Premiere beendet der Hamburger schließlich auf Platz fünf.

Solo-Weltumsegler Boris Herrmann hat bei seiner Premiere bei der Vendée Globe am Ende Platz fünf belegt. Der Hamburger wurde noch vom Franzosen Jean Le Cam auf dessen Jacht "Yes We Cam!" am Donnerstagabend von Rang vier verdrängt. Der 61-jährige Le Cam war zwar als Achter ins Ziel in Les Sables-d'Olonne gekommen. Doch dank einer Zeitgutschrift von 16:15 Stunden schob er sich noch vor Herrmann. Im Endklassement trennten die beiden nach über 80 Tagen auf dem Meer und über 28.000 Seemeilen knapp 75 Minuten. Eine mögliche Podiumsplatzierung hatte eine Kollision mit einem Fischtrawler am Mittwochabend verhindert. Das Rennen war die neunte Auflage der Vendée Globe seit 1989/90. Es findet alle vier Jahre statt.

Herrmann hatte am Vormittag mit seiner Jacht "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" als fünfter Segler die Ziellinie gekreuzt. Ebenfalls eine Zeitgutschrift von sechs Stunden hatte den 39-Jährige in der vorläufigen Rangliste bis zum Abend auf Platz vier vorrücken lassen. Der Franzose Yannick Bestaven, der als Dritter am Zielort angekommen war, sicherte sich den Sieg ebenso mit einer Gutschrift von 10:15 Stunden. Alle drei hatten die Gutschriften von der Wettfahrtleitung wegen ihrer Beteiligung an der Rettungsmission für den schiffbrüchigen Kevin Escoffier in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember erhalten.

Unterdessen hat Herrmann eine erneute Teilnahme bei der Vendée Globe offen gelassen. "Es ist noch zu früh. Es ist ein ambitioniertes Unternehmen, das Podium anzupeilen", sagte er nach seiner Ankunft. "Es ist keine Kleinigkeit, das Vendée Globe zu machen."

Er war der erste Deutsche, der an der härtesten Segel-Regatta der Welt teilnahm. "Diese 80 Tage waren härter, als ich sie mir jemals vorgestellt hätte", meinte Herrmann. Die Einsamkeit sei für ihn das mit Abstand Schwierigste gewesen. "Ich bin nicht fürs Alleinsein gemacht. Ich bin kein Einzelgänger. Ich habe gern Menschen um mich", sagte er. "Die Vendée Globe ist kein Rennen, um Spaß zu haben." Es sei "eine menschliche Erfahrung gewesen, aber nicht immer eine einfache."

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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