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"Deutschem Baseball entwachsen" Kultklub lässt 17-jähriges Supertalent träumen

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Schon früh machte Fischer auf sich aufmerksam. Die Dodgers haben ihn seit Jahren auf dem Zettel.

(Foto: imago/Agencia EFE)

In Deutschland ist Baseball ein Nischensport. Mit Max Kepler hat es aber einer in die amerikanische MLB geschafft. Und ein junges Supertalent könnte ihm folgen: Tim Fischer. Für den 17-Jährigen erfüllt sich der erste Schritt seines ganz großen Traumes.

Tim Fischer kann noch "immer nicht so richtig in Worte fassen", was er gedacht hat, als sich plötzlich die Tür zu einer großen Karriere öffnete. Es ist ja auch überwältigend. Er, Tim Fischer, 17 Jahre alt, Pitcher (Werfer) der zweiten Mannschaft der "Legionäre" aus Regensburg, hat vor gut einem Monat einen Vertrag bei den Los Angeles Dodgers aus der Baseball-Profiliga MLB unterschrieben. Da kann man schon mal sprachlos sein.

Die Dodgers sind ein Kultklub, die World Series gewannen sie zuletzt 2020. Sie fahnden weltweit nach Spielern, die ihnen Erfolge versprechen, und ganz offensichtlich halten sie Fischer für ein Versprechen, das irgendwann eingelöst werden wird. "Sie haben sehr früh kundgetan, dass sie ihn wollen", sagt Martin Brunner, der die von ihm aufgebaute Baseball-Akademie in Regensburg leitet. Aus ihr ist auch Max Kepler hervorgegangen, Schlagmann der Minnesota Twins.

"Zeit für ihn, Deutschland zu verlassen"

Die Dodgers hatten Fischer schon seit ein paar Jahren auf dem Zettel, und was sie sahen und sehen, das belebt ihre Fantasie. Der gebürtige Regensburger, der bereits seit seinem vierten Lebensjahr Baseball spielt, ist mittlerweile mehr als 1,90 Meter groß und 90 Kilogramm schwer, seine Würfe erreichen bereits Geschwindigkeiten von 92 Meilen pro Stunde (ca. 148 Kilometer pro Stunde), und - sehr verlockend und selten: Er kann den Ball auf vier Arten werfen.

Nach MLB-Standards ist Fischer, der nach der Schule eine Schreinerlehre begonnen hat, ein Modellathlet mit einem gewaltigen Potenzial - auch wenn er bislang nur in der zweiten Mannschaft der Legionäre zum Einsatz kam. "Er kann auch dann gewinnen, wenn er mal einen schlechten Tag hat", sagt Brunner, und das bedeutet: "Es ist Zeit für ihn, Deutschland zu verlassen. Er ist dem deutschen Baseball mittlerweile entwachsen."

Wenn dieser Tage sein Visum kommt, fliegt Fischer erst mal in eine Akademie der Dodgers in der Dominikanischen Republik. Geht alles glatt, könnte er im kommenden Frühjahr im Spring Training des Klubs dann zumindest in Sichtweite der Superstars wie Clayton Kershaw an sich arbeiten. Fischer sagt, was man in so einem Fall sagt: "Man hat immer eine Vorstellung, wo man sein will. Aber ich will Schritt für Schritt gehen."

Enden soll die Reise durch das mehrstufige Farm-System selbstverständlich in der MLB - der Rechtshänder Fischer wäre der erste deutsche Pitcher, der es dorthin schafft. Der Weg ist brutal, die Auslese gnadenlos. Aber, sagt Brunner: "Vom Kopf und von der Physis her hat Tim gute Voraussetzungen. Wenn die Dodgers nicht in ihm sehen würden, dass er es schafft, hätten sie ihn nicht unter Vertrag genommen."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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