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Pures Chaos bei Skicross-FinaleOlympia-Pechvogel Hronek feiert kuriosen Sturz-Sieg

27.02.2026, 15:30 Uhr
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Tim Hronek stand endlich ganz oben auf dem Treppchen. (Foto: IMAGO/GEPA pictures)

Tim Hronek ist bei den Winterspielen noch ein großer Unglücksrabe, nun gewinnt er auf kuriose Art und Weise sein erstes Weltcuprennen. Der Skicrosser jubelt am Ende eines Chaos-Finals, Olympiasiegerin Daniela Maier patzt.

Gewonnen? Er? Tim Hronek war baff. In einem chaotischen Skicross-Finale war der Olympia-Pechvogel wie sein Teamkollege Florian Wilmsmann gestürzt und gar nicht regulär ins Ziel gekommen, doch die Ergebnisliste bewies: Der 30-Jährige hatte im serbischen Kopaonik soeben sein erstes Weltcup-Rennen gewonnen - obwohl hinter seinem und Wilmsmanns Namen "DNF" stand, "did not finish".

"Es fühlt sich super komisch an", sagte Hronek: "Du hast einen Sturz und plötzlich bist du Erster. So wollen wir nicht Rennen fahren. Aber ich bin super happy, ich war richtig on fire. Es war der beste Tag für mich." Sein Erfolgsgeheimnis? Eine "Scheißegal-Einstellung".

Die war auch dringend nötig an einem kuriosen Renntag. Zuerst erwischte es Olympiasiegerin Daniela Maier. Sie lag im Viertelfinale bis kurz vor dem Ziel in Führung, ließ sich aber noch übertölpeln und schied per Zielfoto-Entscheid aus. Dadurch verlor sie wichtige Punkte im Kampf um die Gesamtwertung, zumal ihre Konkurrentin Sandra Näslund aus Schweden ihren sechsten Saisonsieg feierte.

Hronek mit "Wiedergutmachung für letzte Woche"

Wenig später setzte sich Wilmsmann im Männer-Finale an die Spitze des Viererfeldes, doch links von ihm fuhr der Kanadier Reece Howden seinen rechten Ski aus und räumte Wilmsmann ab. Auch die dahinter liegenden Hronek und Kevin Drury (Kanada) stürzten. Howden fuhr alleine ins Ziel, wurde dort aber regelkonform disqualifiziert.

An der Unfallstelle berappelten sich Wilmsmann und Hronek, der spektakulär in den Fangzaun gekracht war, sie fuhren mit einigen Minuten Verspätung ebenfalls zu Tal, wo sie von der unverhofften Wertung erfuhren. Florian Fischer rundete das starke DSV-Ergebnis als Sechster ab.

Für Hronek war es im ersten nacholympischen Rennen eine "Wiedergutmachung für letzte Woche". Da war er im Halbfinale der Winterspiele in Livigno von Peking-Sieger Ryan Regez (Schweiz) illegal ausgebremst und um eine Medaillenchance gebracht worden. Sein Knie schmerze, berichtete Hronek, am meisten aber fühle er mit Drury, der nach seinem Sturz offensichtlich verletzt liegen geblieben war. "Es ist sehr schade für ihn, er ist so ein netter Kerl, er sah nicht gut aus." Das galt auch für Cornel Renn, der sich bei seinem Quali-Sturz eine Schulterfraktur zugezogen hatte.

Maier fehlten im Fotofinish gegen die Französin Jade Grillet Aubert nur wenige Zentimeter zum Weiterkommen. Im Kampf um die große Kristallkugel liegt sie bei noch sechs ausstehenden Rennen 125 Punkte hinter Näslund. Die Chance zur Wiedergutmachung hat Maier schon am Samstag an selber Stelle. Dann greift auch Hronek wieder an - wenn das Sturz-Knie hält.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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