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DJB bestätigt einen Vorfall Trainer hat Judo-Talent attackiert

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Der Deutsche Judo-Bund untersucht einen Vorfall zwischen einem Athleten mit afrikanischen Wurzeln und einem Landestrainer.

(Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Ein deutsches Judo-Talent erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Trainer, sagt, er wurde beleidigt und angegriffen. Der deutsche Judo-Bund bestätigt den Vorfall. Der Judoka ist laut eigener Aussage "der einzige Dunkelhäutige" in der U21-Nationalmannschaft. Ob das der Grund für den Vorfall ist, bleibt unklar.

Der Deutsche Judo-Bund (DJB) untersucht einen Vorfall zwischen einem Athleten mit afrikanischen Wurzeln und einem Landestrainer während der Vorbereitung auf die U21-Weltmeisterschaft. Dies bestätigte DJB-Präsident Peter Frese dem SID. "Den Vorfall hat es gegeben", sagte Frese: "Am betreffenden Abend hat mich Sportdirektor Ruben Goebel deswegen angerufen, daraufhin habe ich mich an U21-Bundestrainer Pedro Guedes gewandt." Der in Kenntnis gesetzte Rechtsausschuss des DJB habe sofort ein Verfahren eingeleitet und werde sich am kommenden Freitag mit dem Thema beschäftigen.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) hatte berichtet, dass der Athlet Losseni Koné aus Hamburg bei der Vorbereitung auf die U21-WM in Marrakesch in Kienbaum bei Berlin nach eigener Darstellung von einem Landestrainer "übel beschimpft und körperlich angegriffen" worden sein soll. Auf schriftliche Anfrage bat der Trainer um "Verständnis, dass ich aufgrund eines laufenden Verfahren Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskünfte zum Vorfall in Kienbaum erteilen kann", wie er in einer E-Mail an die dpa schrieb.

"Er hat etwas gegen mich"

Der Athlet habe sich dagegen entschieden, Anzeige zu erstatten. Die körperliche Auseinandersetzung wollte er "nicht einen rassistischen Angriff nennen", heißt es in dem "FAZ"-Bericht. "Ich bin der einzige Dunkelhäutige in der Mannschaft. Bei einigen ist er ganz normal. Ich kann nicht pauschal sagen, er hasst Schwarze, er hat etwas gegen Schwarze. Das kann ich nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass er etwas gegen mich hat", wird der Sportler zitiert. "Ich kann so etwas ab, ist nicht schlimm. Aber als Trainer! Das kann man einfach nicht machen, so halt nicht. Witze machen, ist okay, aber beleidigen ... ", sagte er.

Bei dem betreffenden Trainer soll es sich um Frank Möller (49), den Olympiadritten von 1996, handeln. "Da widerspreche ich nicht", sagte Frese. Der nicht beim DJB angestellte Möller war daraufhin aus dem Betreuerteam für die Junioren-WM in Marrakesch/Marokko (16. bis 19. Oktober) abberufen worden.

Es gebe derweil allerdings unterschiedliche Aussagen darüber, was passiert sei, sagte Verbandschef Frese. "Aber wenn so etwas passiert, haben wir als Verband die Pflicht, sofort Maßnahmen einzuleiten und der Sache nachzugehen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa