Sport

Contador nicht zur Rad-WM Verband schützt Valverde

Der spanische Radsport-Verband RFEC weigert sich weiter beharrlich, gegen den unter Dopingverdacht stehenden Alejandro Valverde ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Laut spanischen Medienberichten sehe die RFEC "keine rechtliche Basis" für die Eröffnung eines solchen Verfahrens.

Der Weltverband UCI hatte nach der Sichtung der 6.000 Seiten umfassenden Akten aus der Operacion Puerto um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes eine mögliche Verbindung Valverdes zu Fuentes festgestellt und daraufhin dem Tour-Sechsten die Teilnahme an der Straßenrad-WM in Stuttgart (26. bis 30. September) verwehrt. Die UCI forderte zugleich die RFEC auf, ein Ermittlungsverfahren gegen Valverde einzuleiten.

Drohung gegen die UCI

Der spanische Verband sei nach zweitägigem Studium der Puerto-Akten - mit den Anwälten Valverdes und Vertreter von dessen Rennstall Caisse d'Epargne-Team - jedoch zu der Erkenntnis gekommen, dass keine neuen Beweise gegen den WM-Zweiten von 2003 und 2005 vorlägen, heißt es in dem Statement der RFEC weiter.

Der Verband will an der Nominierung Valverdes für die WM in Stuttgart festhalten. Valverdes Manager Sanchez Sabater kündigte zudem an, gegen die UCI juristisch vorzugehen, sollte sie den WM-Start weiter verhindern.

Dopingkontrolle versäumt

In den Puerto-Akten waren unter anderem die Kürzel Valv. und Piti aufgetaucht, die auf eine mögliche Verbindung zu Valverde hindeuten. Piti ist der Name von Valverdes Hund. Trotz dieser möglichen Indizien hatte der Verband ein Ermittlungsverfahren nie in Betracht gezogen. Valverde streitet jegliche Verwicklung in die Doping-Affäre ab.

Ihm droht aber womöglich weiterer Ärger durch die UCI. Bei einer Dopingkontrolle war der 27-Jährige am 23. Juni in seiner Heimatstadt Murcia nicht angetroffen worden. Laut Caisse d'Epargne-Sportdirektor Eusebio Unzue habe es ein Kommunikationsproblem mit der UCI gegeben, da Valverde einen Tag später in Eindhoven beim ProTour-Mannschaftszeitfahren am Start war.

Vertuschen statt aufklären

Die Haltung des spanischen Verbandes im Fall Valverde ist symptomatisch für den Aufklärungseifer in Spanien, das der deutsche Radprofi Jörg Jaksche in seiner Dopingbeichte als "Paradies für Doper" bezeichnet hatte. Auch Tour-de-France-Sieger Alberto Contador sah sich wiederholt schweren Dopingvorwürfen ausgesetzt, nachdem er zunächst in den Ermittlungsakten zur "Operacion Puerto" genannt worden war. Später war sein Name jedoch wieder aus den Akten entfernt worden.

Der Heidelberger Dopingbekämpfer Werner Franke erklärte dennoch öffentlich, dass Contador ein Fuentes-Kunde gewesen sei und auch gedopt habe. Als Beweis präsentierte er Unterlagen aus den Ermittlungsakten, die ihm zugespielt worden seien. Aus diesen geht laut Franke eindeutig hervor, dass der Spanier mit Insulinpräparaten manipuliert hat.

WM ohne den Tour-Sieger

Franke hatte gegenüber n-tv schon während der Tour mit Unverständnis darauf reagiert, dass Valverde und Contador überhaupt an der Rundfahrt teilnehmen durften: "Warum die fahren dürfen und Leute wie Ivan Basso und Jan Ullrich nicht, das kann man keinem erklären. Es kann sich hier nur um eine speziell iberische, das muss man so sagen, Korruption handeln.“

Vor diesem Hintergrund dürften die Organisatoren der Rad-WM in Stuttgart mit Erleichterung die Nachricht vernommen haben, dass Contador nicht bei den Titelkämpfen starten wird. Das bestätigte der spanische Nationaltrainer Paco Antequera in einem Zeitungsinterview. Demnach habe er wegen der ungewissen Situation um die Zukunft des 24-Jährigen im Zuge der Auflösung seines Discovery-Rennstalls am Saisonende auf Contador verzichtet.

Quelle: ntv.de

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