Der Sport-Tag"Niemals aufgeben, Marcel": BVB-Fans spenden über 100.000 Euro

Machen wir uns nichts vor: Die Welt da draußen ist so grau wie dieser nun beginnende Herbst. Sie ist unwirtlich geworden. Überall dominieren die schlechten Nachrichten. Umso notwendiger sind dieser Tage Zeichen der Menschlichkeit, wenngleich auch diese zu Tränen rühren. Die Geschichte beginnt auf der Dortmunder Südtribüne, diesem gigantischen Bauwerk im Ruhrpott. Auf ihr stehen die, denen Borussia Dortmund alles bedeutet. Auf ihr stehen die, die sich mit ihrer Lautstärke und ihren Choreo in der ganzen Welt einen Namen gemacht haben. Auf ihr stehen die, die immer kommen und ihren BVB durch alle Höhen und Tiefen begleiten. Sie sind die Konstanten. Wenn einem von ihnen etwas passiert, sind sie da und fangen ihn auf.
Was sich indessen aber in den vergangenen Monaten in Dortmund ereignete, was auf einem Banner auf der Tribüne schon seit langer Zeit angedeutet hat, ist kaum auszuhalten. "Niemals aufgeben, Marcel", steht auf einem Spruchband, das einem der ihren gewidmet ist. Marcel ist Teil der Fanszene. Er ist schwer erkrankt. Seit 2017 kämpft er gegen einen Gehirntumor. Zweimal schien er ihn besiegt zu haben. Doch er kehrte immer wieder zurück.
"Im März bekam Marcel die Diagnose, dass sich zum dritten Mal ein Tumor in seinem Kopf gebildet hat, was ihn seither dazu zwingt, sich abermals dem Kampf gegen diese Krankheit zu stellen", schrieb das Dortmunder Fan-Bündnis Südtribüne Dortmund am vergangenen Donnerstag. "Es ist aber auch ein Kampf, in dem der Gegner mit unfairen Mitteln kämpft und mittlerweile besteht leider die traurige Gewissheit, dass Marcel diesen Kampf nicht gewinnen wird."
Es gehe längst nicht mehr darum, den Krebs ein drittes Mal zu besiegen, nur noch darum "in einer Situation der Machtlosigkeit" dafür zu sorgen, ihrem Freund, dem Vater einer kleinen Tochter, mit einer Therapie etwas mehr Lebenszeit und Qualität zu verschaffen. Und so baten sie um Spenden, die Mannschaft des BVB präsentierte ein Banner vor der Süd und das Geld floss. Mittlerweile haben die Dortmunder über 100.000 Euro als Spenden einsammeln können. Marcel, der nicht mehr sprechen und auch seinen rechten Arm nicht mehr bewegen kann, und seine Familie haben somit zumindest kurzfristig keine finanziellen Sorgen mehr. Viel ist das nicht, aber es ist das, was Menschen tun können.