Der Sport-TagSpanischer Fußballverband bekommt Aufpasser
Die spanische Regierung stellt den krisengeschüttelten nationalen Fußballverband (RFEF) unter Aufsicht. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Es werde eine "Kommission zur Überwachung, Standardisierung und Repräsentation" unter der Leitung "unabhängiger Persönlichkeiten" eingerichtet.
Der Weltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union (UEFA) reagierten "mit großer Sorge" auf diese Nachricht. Die FIFA und die UEFA wollen "zusätzliche Informationen einholen", um zu beurteilen, inwieweit der CSD "die Verpflichtung des RFEF beeinträchtigen könnte, seine Angelegenheiten unabhängig und ohne unzulässige staatliche Einmischung zu regeln". Spanien bewirbt sich zusammen mit Marokko und Portugal um die Austragung der Weltmeisterschaft 2030 und ist derzeit einziger Bewerber.
Die oberste spanisch Sportbehörde (CSD) fürchtet sich aufgrund der sich häufenden Skandale "um das Image des spanischen Fußballs" und wolle der "ernsten Lage des RFEF" entgegenwirken. Nach dem Kuss-Skandal und den Korruptionsvorwürfen gegen den ehemaligen Verbandspräsidenten Luis Rubiales stehen nun auch nicht weiter definierte Anschuldigungen gegen seinen Interimsnachfolger Pedro Rocha im Raum. Rocha soll laut eines Berichts des spanischen Sportgerichtshofs TAD Entscheidungen getroffen haben, die "über seinen Zuständigkeitsbereich hinausgehen".