Wer wirklich Weltmeister wirdFinanz-Orakel zerfetzen deutsche WM-Hoffnungen gnadenlos

Wer wird Fußball-Weltmeister 2026? Um diese Frage zu beantworten, schickt die Bank of America ihre Finanz-Analysten in die Spur. Spoiler: Deutschland hat im Sommer kaum eine Chance.
Frankreichs Kapitän und Superstar Kylian Mbappé wird am 19. Juli im MetLife Stadium von New Jersey den Weltmeister-Pokal nach einem Finalsieg der Équipe Tricolore über Spanien in die Höhe stemmen. Diese Prognose gibt die Bank of America ab. Grundlage ist eine Umfrage im Global-Research-Team der Bank, bei der 65 Analysten mitmachten.
37 Prozent der Befragten setzen auf Les Bleus, 30 Prozent auf Spanien. Titelverteidiger Argentinien kommt wie Rekordweltmeister Brasilien nur auf 9 Prozent, die von Thomas Tuchel angeführten Three Lions aus England immerhin auf 6 Prozent. Und Deutschland? Geht es wie der FDP. Die DFB-Elf landet unter den "Sonstigen", die zusammen 9 Prozent der Stimmen vereinen. Das mag mit dem Spielplan zusammenhängen: Gewinnen sowohl Deutschland als auch Frankreich ihre Gruppen und das folgende Sechzehntelfinale, treffen sie schon im Achtelfinale aufeinander. Der Mannschaft von Julian Nagelsmann käme dabei die Rolle des Außenseiters zu.
"Durchwachsene Bilanz" bei WM-Prognosen
Mbappé wird laut Bank of America Torschützenkönig des WM-Turniers in den USA, in Kanada und Mexiko, an dem erstmals 48 Mannschaften teilnehmen. Für Spaniens Shootingstar Lamine Yamal prophezeien die Analysten den Titel "bester Spieler des Turniers". Die drei meistgenannten Teams, die für eine Überraschung gut sind, lauten Japan, Norwegen und Marokko.
Der Nachrichtensender Bloomberg verweist allerdings auf die "durchwachsene Bilanz" in den WM-Tipps von Banken. 2022 lag der Londoner Broker Panmure Liberum mit Argentinien zwar goldrichtig, tippte aber England als Finalgegner von Lionel Messi und Co. Für England war vor vier Jahren in Katar im Viertelfinale gegen Frankreich Schluss. Die Franzosen verloren schließlich im Endspiel im Elfmeterschießen dramatisch im Elfmeterschießen.
Vier Jahre zuvor hatte Goldman Sachs auf Datenmining, Machine Learning und Ökonometrie gesetzt, ließ eine Million Simulationen laufen – und lag doch daneben: Die New Yorker Investmentbank sagte Brasilien statt Frankreich als Weltmeister voraus, Vizeweltmeister Kroatien tauchte in der Prognose nicht einmal auf. Vor dem Turnier in Russland war der japanische Finanzdienstleister Nomura Holdings das einzige von sechs Finanzhäusern mit dem richtigen WM-Tipp. Auf Parameter wie Marktwert der Spieler, Formkurve und historische Erfolge, prognostizierte Nomura Frankreich korrekterweise auf den Thron. Allerdings hatten die Japaner keinen der drei anderen Halbfinalisten vorhergesagt.