Fußball

Fast wie einst in Barcelona Bayern verschenkt Sieg

Nach Miroslav Kloses frühem Tor hält die Bayern-Führung im Gastspiel bei Eintracht Frankfurt bis kurz vor Schluss. Dann patzt Bayern-Youngster David Alaba gleich zweimal, was Frankfurt mit Gegentoren bestraft. Im Tabellenkeller überrascht Freiburg seine Fans mit einem kleinen Wunder: einem Heimsieg.

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Miroslav Kloses zweites Saisontor reichte den Bayern nicht mal zu einem Punkt.

(Foto: dpa)

Mit der ersten Niederlage seit 19 Bundesligaspielen hat der FC Bayern München einen Rückschlag im Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft einstecken müssen. Der Rekordchampion und Tabellenführer (56 Punkte) unterlag bei Eintracht Frankfurt nach einem Doppelschlag binnen zwei Minuten mit 1:2. Verfolger FC Schalke 04 (54), auf den die Bayern auch im Pokalhalbfinale treffen, kann nun mit einem Sieg am Sonntag beim Hamburger SV die Tabellenführung erobern. Bayer Leverkusen vergab mit dem 0:3 im Spätspiel bei Borussia Dortmund die Chance, an den Münchnern vorbeiziehen und zumindest vorübergehend Platz eins zu übernehmen.

Im Ligakeller gelang dem SC Freiburg mit einem 1:0 im Aufsteiger-Duell gegen den FSV Mainz 05 der erste Heimsieg seit rund sechs Monaten. Werder Bremen schaffte trotz zweimaligen Rückstands ein 3:2 über den VfL Bochum und nährte damit die Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz.

Frankfurt nutzt Alaba-Patzer

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Bayern-Coach Louis van Gaal musste seine Spielanalyse kurzfristig umschreiben.

(Foto: dpa)

Enttäuschung auf ganzer Linie bei den Bayern: Von Beginn an bekleckerte sich die Mannschaft in Frankfurt beim 1:2 (1:0) nicht mit Ruhm. Nach dem frühen Tor von Nationalspieler Miroslav Klose (7.) lief kaum mehr etwas zusammen beim Champions-League-Kontrahenten von Manchester United. Die Eintracht, der drei Profis gesperrt fehlten, bestimmte das Spiel. Nach einem Kopfball von Alexander Meier musste Abwehrchef Daniel van Buyten auf der Linie (21.) klären.

Vier Tage vor dem Cup-Duell beim FC Schalke war vor allem Hans-Jörg Butt gefragt. Der Bayern-Keeper rettete ein ums andere Mal. In den Schlussminuten musste sich dann aber auch Butt geschlagen geben. Bei den Toren von Juvhel Tsoumou (87.) und Martin Fenin (89.), die der 17-jährige Bayern-Youngster David Alaba mit amateurhaftem Abwehrverhalten ermöglichte, war Butt chancenlos. Das Spiel in Frankfurt erinnerte in der Torfolge an das 1999 in Barcelona mit 1:2 verlorene Champions-League-Finale gegen Manchester United. Damals sahen die Bayern durch ein frühes Tor von Mario Basler (6.) schon wie die sicheren Sieger aus, ehe ManU das Spiel mit zwei Toren in der Nachspielzeit noch drehte.

Wiedergutmachung gegen Hannover

Dem VfB Stuttgart gelang gegen Bundesliga-Kellerkind Hannover 96 wie schon beim 0:4 in Barcelona nichts Spektakuläres, aber immerhin ein 2:0 (1:0)-Erfolg. Beide Tore erzielte Stürmer Ciprian Marica.

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Stuttgarts Ciprian Marica traf gegen Hannover vor und nach der Halbzeitpause.

(Foto: dpa)

In der 36. Minute nutzte der Rumäne eine Hereingabe von Alexander Hleb zur 1:0-Pausenführung. Kurz vor der Pause hätte Marica bereits für die Vorentscheidung sorgen müssen, doch diesmal köpfte er aus rund drei Metern nur an die Latte. Besser machte er es nach der Pause mit dem Fuß, als er in der 54. Minute zum 2:0-Endstand traf.

Bochum führt, Bremen siegt

Nach Werder Bremens vorzeitigem Aus in der Europa League durch das ebenso unglückliche wie unnötige 4:4 gegen den FC Valencia verordnete Trainer Thomas Schaaf beim schwer erkämpften 3:2 (0:1)-Sieg gegen den VfL Bochum gleich einem halben Dutzend seiner Profis erstmal eine Auszeit - bereits am Dienstag steht das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Augsburg auf dem Programm.

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Bochums Keeper Philipp Heerwagen verlebte in Bremen eine recht geruhsame erste Halbzeit - nach der Pause wurde er dreimal bezwungen.

(Foto: APN)

Zwar ging Bochum gegen die neuformierten Werderaner zweimal in Führung, doch am Ende ging die Rechnung für Bremen auf: Denn auf die Gäste-Tore durch Stanislav Sestak (14.) und Zlatko Dedic (63.) hatten Claudio Pizarro (58.), Marko Marin (65.) und Torsten Frings (81.) die passende Antwort.

Wunder im Breisgau

Mit dem 1:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 gelang dem SC Freiburg ein langersehntes Erfolgserlebnis: Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt feierte den ersten Sieg im heimischen Stadion seit dem 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach am 27. September 2009.

Den entscheidenden Treffer erzielte Johannes Flum bereits in der zehnten Minute. Der Aufsteiger aus Freiburg knüpfte wieder Kontakt zu den Nichtabstiegsrängen. Der Neuling aus Mainz verpasste es vorerst, noch weiter an die internationalen Plätze heranzurücken.

Keine Tore in Franken

Zwei Mini-Serien gingen beim 0:0 zwischen dem 1. FC Nürnberg und 1899 Hoffenheim zu Ende. Nach zuvor zwei Siegen war es das erste Remis für den fränkischen Aufsteiger. Die Mannschaft von Coach Dieter Hecking ist zwar seit nunmehr fünf Spielen ungeschlagen, von den gefährdeten Plätzen in der Tabelle konnte sich die "Club" aber nicht absetzen.

Und Hoffenheim? Der Herbstmeister der vergangenen Saison dümpelt trotz des ersten Punktgewinns nach zwei Niederlagen im Mittelfeld.

Quelle: ntv.de, dpa