Arsenal zieht davonCity kassiert ohne Guardiola bitteren Nackenschlag

Ist das Meisterrennen in der Premier League entschieden? Während Tabellenführer Arsenal mit zwei späten Treffern den nächsten Dreier einfährt, patzt Verfolger Manchester City schwer.
Bayer Leverkusens Champions-League-Gegner Arsenal hat im Meisterschaftsrennen der englischen Premier League einen hart erkämpften Sieg gefeiert. Das Team um den deutschen Nationalspieler Kai Havertz kam gegen den FC Everton dank zweier später Treffer von Viktor Gyökeres (89. Minute) und des 16 Jahre alten Max Dowman (90.+7) zu einem 2:0 (0:0).
Der Vorsprung des Tabellenführers auf Verfolger Manchester City beträgt aktuell neun Punkte. Die Cityzens, die ohne Trainer Pep Guardiola an der Seitenlinie nicht über ein 1:1 (1:1) bei Abstiegskandidat West Ham United hinauskamen, haben allerdings ein Spiel weniger absolviert.
Arsenal dominierte vor allem in der Anfangsphase. Havertz, der in Leverkusen eingewechselt worden war und den Londonern mit seinem späten Elfmeter-Tor in der Königsklasse ein 1:1 rettete, spielte von Beginn an. Die beste Chance der Gunners hatte Bukayo Saka, dessen Kopfball nach einer knappen Viertelstunde von Everton-Keeper Jordan Pickford mit den Fingerspitzen geklärt wurde. Trotz höheren Spielanteils für Arsenal kam auch Everton zu Chancen. Dwight McNeil scheiterte am Pfosten, ansonsten war Torwart David Raya bei den Gastgebern zur Stelle.
Nach der Pause erhöhte Arsenal den Druck, doch Everton verteidigte diszipliniert und ließ nur wenig zu. Die besten Gelegenheiten zur Führung vergaben Noni Madueke und Eberechi Eze. In der Schlussviertelstunde hätten die Gäste sogar fast gejubelt, als Arsenal-Verteidiger William Saliba nach einer Freistoßflanke beinahe ein Eigentor erzielte.
Als vieles nach einem 0:0 aussah, traf Gyökeres. In der Nachspielzeit setzte Everton alles auf Angriff - und fing sich nach einer Ecke einen Konter. Weil Torhüter Pickford mit nach vorn gelaufen war, musste Dowman den Ball nur noch ins leere Tor befördern.
City patzt beim Kellerkind
Drei Tage nach Citys 0:3-Pleite bei Real Madrid verfolgte Guardiola die Partie bei West Ham von der Tribüne. Der Coach musste nach seiner sechsten Gelben Karte, die er beim FA-Cup-Sieg gegen Newcastle United kassiert hatte, eine Zwei-Spiele-Sperre absitzen und sah, wie sich seine Mannschaft gegen abstiegsbedrohte Hammers schwertat.
Nach einer halben Stunde sah Guardiola einen Geniestreich von Bernardo Silva (31.), der aus spitzem Winkel mit einem Lupfer über Torwart Mads Hermansen ins lange Eck traf. Die Freude darüber währte allerdings nicht lange, weil Konstantinos Mavropanos (35.) fast im Gegenzug den Ausgleich.
Citys Stürmerstar Erling Haaland konnte kaum Akzente setzen und vergab nach rund einer Stunde frei vor Hermansen. West Ham kam anschließend kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Während City immer wieder anlief, versuchten die Gastgeber nur noch, das Remis über die Zeit zu bringen - mit Erfolg.
Auf die Frage, ob der Rückstand von neun Punkten zwischen City und Tabellenführer Arsenal bedeute, dass der Titelkampf für seine Mannschaft noch zu gewinnen sei, antwortete der Trainer: "Es ist kompliziert. Wenn wir gegen Nottingham Forest (2:2) und heute gewinnen, hätten wir es selbst in der Hand, aber wir haben ein Spiel weniger und treffen zu Hause auf Arsenal. "Er sei "immer positiv gestimmt. Ich bin zuversichtlich für das Heimspiel am Dienstag. Wenn es nicht möglich ist, den Titel zu holen, werden sie feiern dürfen und ich werde (Arsenal-Trainer) Mikel Arteta anrufen, um ihm zu gratulieren."
Woltemade mit Aufreger im falschen Strafraum
Im Parallelspiel gewannen die deutschen Nationalspieler Nick Woltemade und Malick Thiaw mit Newcastle United 1:0 (1:0) beim FC Chelsea. Den entscheidenden Treffer für die Gäste erzielte Anthony Gordon schon in der 18. Minute. Chelsea hatte zwar mehr Ballbesitz, wurde aber selten vor dem Tor gefährlich.
In der zweiten Hälfte gab es Diskussionen, als Chelsea nach einem Zweikampf zwischen Cole Palmer und Woltemade einen Elfmeter forderte. Der Schiedsrichter ließ allerdings weiterspielen, weil Palmer vorher auf den Fuß des deutschen Stürmers getreten war.