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Der 25-jährige Costa will um keinen Preis der Welt das Champions-League-Finale verpassen. Lässt er sich deshalb sogar mit Plazenta behandeln?
Der 25-jährige Costa will um keinen Preis der Welt das Champions-League-Finale verpassen. Lässt er sich deshalb sogar mit Plazenta behandeln?(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 21. Mai 2014

Pferdeplazenta fürs CL-Finale: Costa hofft auf serbische Wunderheilerin

Cristiano Ronaldo gegen Diego Costa, Weltfußballer gegen "Mistkerl": Das Duell der Stürmer steht beim Champions-League-Finale besonders im Fokus. Doch Costa muss um seinen Einsatz bangen. Um fit zu werden, geht er nun unorthodoxe Wege - die ihn nach Serbien führen.

Stromstöße, Pferdeplazenta und ein Schuss "schwarze Magie": Das Schicksal von Atlético Madrid liegt in den Händen von "Doktor Marijana". Marijana Kovacevic, eine serbische Hausfrau aus Belgrad, soll Diego Costa gesund machen - und das mit Spannung erwartete Duell des Stürmerstars des spanischen Meisters mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo von Real Madrid im Champions-League-Finale am Samstag retten.

Der 25-jährige Costa ist zu Kovacevic nach Serbien gereist, um dort seinen Muskelfaserriss behandeln zu lassen. Kovacevic, schrieb das Sportblatt Marca, sei "die letzte Hoffnung" für Costa - und für alle Fans, die sich auf das Duell zwischen "Mistkerl" und Beau, zwischen schmutzigem Straßenköter und elegantem Weltstar im Estádio da Luz von Lissabon freuen.

Um Kovacevic ranken sich Gerüchte und Legenden. Sie behandle die Kicker mit Pferdeplazenta, heißt es. Yossi Benayoun, damals Profi des FC Liverpool, soll sie mit Hilfe des "Mutterkuchens" einer Frau geheilt haben. Hat Benayoun selbst erzählt. Die spanische Presse nennt Kovacevic "Doctora Milagro", eine Wunderheilerin.

"Ich bin keine Hexe"

Cristiano Ronaldo kann im Gegensatz zu Costa sicher beim Champions-League-Finale auflaufen.
Cristiano Ronaldo kann im Gegensatz zu Costa sicher beim Champions-League-Finale auflaufen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die hat sich vor einigen Jahren in einem ihrer äußerst seltenen Interviews gegen den Vorwurf gewehrt, sie betreibe "schwarze Magie". "Ich bin keine Hexe, sondern eine ganz normale Frau", sagte sie. Auf ihrer Internetseite schreibt Kovacevic, sie setze neben minimalen Stromstößen "verschiedene natürliche Substanzen" ein, die Behandlung sei "garantiert dopingfrei" - und verspreche Heilung binnen 24 Stunden bis sieben Tagen. Stars wie Robin van Persie oder Frank Lampard vertrauen ihr, bei der WM in Brasilien gehört sie wie 2010 dem Stab von Deutschlands Gruppengegner Ghana an.

Während Atlético-Trainer Diego Simeone den Ernstfall mit einer Startelf ohne Costa probt, hätte ein Ausfall des spanischen Nationalspielers mit brasilianischen Wurzeln laut Real-Coach Carlo Ancelotti keine großen Auswirkungen. "Ich glaube nicht, dass sich bei Atlético ohne ihn viel ändern würde, ihre Stärke ist das Team", sagte er. Letzteres stimmt, dennoch kann die Bedeutung von Costa für "Atléti" nicht hoch genug eingeschätzt werden - und dabei geht es nicht nur um Tore.

Costa, der im Sommer wohl zum FC Chelsea wechseln wird, versteht es wie kein anderer, seine Kollegen mitzureißen. Seine Spielweise gleicht eher der einer britischen Bulldoge als der eines brasilianischen Fußball-Künstlers, er ist ein Meister des "Trash talk". Reals Sergio Ramos reizte er im Derby im Dezember 2012 so sehr, dass dieser ihn anspuckte.

Bis Costa 17 Jahre alt war, kickte er nur auf der Straße, die er als "meine Schule" bezeichnet. Wenn er nicht Fußball spielte, handelte er mit geschmuggelten Klamotten, um die Mädels auf ein Caipirinha einladen zu können.

Mehr Gelbe Karten als Tore

Als er 2006 zu Sporting Braga nach Portugal kam, glich er einer losen Kanonenkugel. "Ich konnte mich nicht kontrollieren", sagt er. In seinen ersten vier Jahren in Spaniens Primera División sammelte er mehr Gelbe Karten als Tore und verdiente sich den Spitznamen "El Cabrón", wohlwollend übersetzt: der Mistkerl. Ronaldo hat in fünf Jahren in Spanien 177 Tore erzielt (in 165 Spielen), Costa kommt auf 61 Treffer (144). In dieser Saison hieß es 31:27 für den Portugiesen (30:35 Spiele), in der Königsklasse sogar 16:8. Doch Costa ist effektiver.

Für seine acht Treffer in Europa benötigte er 19 Torschüsse, Ronaldo brauchte 43. Und Costa ist ein Real-Schreck. Im spanischen Pokalfinale 2013 glich er Ronaldos Führung aus und ebnete so den Weg zum Titel. Im September 2013 sicherte sein Tor Atléticos ersten Sieg beim Stadtrivalen seit 1999 (1:0).

Ob Costa es am Samstag wieder macht? Das liegt zunächst in den Händen von Dr. Marijana.

Quelle: n-tv.de