Fußball

Nach Tötung von "El Mencho"Drogenkrieg in Mexiko verschärft Sicherheitsbedenken vor WM

23.02.2026, 13:16 Uhr
The-wreckage-of-a-trailer-following-roadblocks-and-arson-attacks-carried-out-by-members-of-organized-crime-in-several-states-after-a-military-operation-in-which-a-government-source-said-Mexican-drug-lord-Nemesio-Oseguera-known-as-El-Mencho-was-killed-in-Jalisco-state-in-Acapulco-Mexico-February-22-2026
Autowracks als Blockaden versperrten zahlreiche Straßen in Mexiko. (Foto: REUTERS)

Der Schlag gegen das mächtige Drogenkartell Jalisco Nueva Generación führt in Mexiko zu schweren Ausschreitungen. Besonders im Bundesstaat Jalisco, einem WM-Spielort 2026, verbreiten die Kartellmitglieder Angst. Wie sicher ist das Turnier? Noch ist unklar, wie es weitergeht.

Rund 100 Tage vor Beginn der Fußball-WM (11. Juni bis 19. Juli) stehen große Fragezeichen hinter der Sicherheitslage in Mexiko. Nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes durch die Armee haben mutmaßliche Bandenmitglieder in weiten Teilen des Landes eine Welle der Gewalt ausgelöst.

In 20 der 32 Bundesstaaten kam es am Sonntag (Ortszeit) zu Ausschreitungen, am Montag blieben in mehreren Staaten Schulen und Gerichte geschlossen. Besonders von der Gewalt betroffen ist der Bundesstaat Jalisco, dessen Hauptstadt der WM-Spielort Guadalajara ist. Die Bevölkerung in Guadalajara wurde dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu begeben.

Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Mexiko riefen dazu auf, sichere Orte wie Hotels möglichst nicht zu verlassen. Menschenansammlungen und Orte, an denen Polizeieinsätze stattfinden, sollen gemieden werden. Wer in eine Straßensperre gerate, solle sich nicht widersetzen oder flüchten. Ähnliche Sicherheitswarnungen gab es unter anderem auch vom US-Außenministerium. US-Airlines strichen noch am Sonntag Flüge in die Region.

FIFA-Statement steht noch aus

In Guadalajara sind vier WM-Spiele vorgesehen. Unter anderem sollen Europameister Spanien, Mexiko und Südkorea antreten. Das Stadion fasst rund 46.000 Zuschauer. Südkorea und Kolumbien wollen ihr Quartier in Guadalajara aufschlagen. Uruguay und Portugal möchten während der WM in anderen Orten in Mexiko residieren. ntv.de hat die FIFA für eine Stellungnahme kontaktiert.

Weitere WM-Spielorte in Mexiko sind die Hauptstadt Mexiko City und Monterrey. In Mexiko City findet das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika statt. Die deutsche Mannschaft absolviert alle ihre Vorrundenspiele in den USA. Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey zudem jeweils zwei internationale Playoff-Partien stattfinden zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer.

"Die Lage lässt die internationalen Alarmglocken schrillen, besonders in Bezug auf die Sicherheit der Besucher und die Organisation in einem der Hauptaustragungsorte des Turniers", schrieb die Zeitung "AS Mexico".

In den Top-Ligen Mexikos kam es nach dem Ausbruch der Gewalt zu Spielabsagen - darunter in Queretaro. Dort soll Mexikos Nationalmannschaft am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Testspiel auf Island treffen.

Quelle: ntv.de, sue/dpa/sid

Fußball-WM 2026Drogenkrieg in Mexiko