Thiagos Behandlung scheitertGuardiola gesteht "großen Fehler"

Bayerns Coach Pep Guardiola gibt zu, womöglich Fehler bei der Behandlung des verletzten Thiago Alcántara gemacht zu haben. Der Kicker vom FC Bayern München ließ sein Knie trotz Einwände der Vereinsärzte in Spanien behandeln - mit schweren Folgen.
Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola hat erstmals mögliche persönliche Fehler bei der Reha des inzwischen abermals verletzten Thiago Alcántara eingeräumt. Der Coach hatte den Fußballprofi im Frühjahr entgegen des Rats der Vereinsärzte zur Behandlung von dessen Knieverletzung nach Spanien geschickt. "Das war vielleicht ein großer Fehler", gestand Guardiola. Zumal "wir alles gemacht haben, was möglich war".
Der Schock über die Verletzung von Thiago sitzt immer noch tief. Doch vor dem Bundesligaspiel am Samstag gegen Werder Bremen war Guardiola sichtlich bemüht, den Blick nach vorne zu richten. Natürlich sei es eine "schwierige Situation, aber wir müssen weitermachen und nach vorne schauen. Wir müssen das akzeptieren", sagte Guardiola, zumal der deutsche Fußball-Rekordmeister vor einem heißen Herbst steht. "Dieser Monat ist sehr wichtig für uns, wir haben wichtige Spiele in der Liga, im Pokal, und wir haben zwei Spiele gegen Rom", betonte der Bayern-Coach.
Unter der Woche erlitt Thiago wieder einen Teilriss des Innenbands, weil die alte Verletzung nicht ausgeheilt war. Er fällt erneut monatelang aus. Allerdings betonte Guardiola, in den vergangenen Wochen und Monaten in Absprache mit dem Team beim deutschen Rekordmeister inklusive Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt alles getan zu haben, "um den richtigen Weg zu gehen".
Ribéry wieder einsatzbereit
Immerhin gibt es gute Nachrichten von Franck Ribéry. Der 31 Jahre alte Franzose steht nach überstandener Patellasehnenreizung im linken Knie gegen Schlusslicht Bremen vor seiner Rückkehr. "Er hat zwei Trainingseinheiten gut gemacht und keine Schmerzen. Das ist eine super Nachricht", sagte Guardiola, der aber neben Thiago weiter auf Holger Badstuber, Javier Martínez und Bastian Schweinsteiger verzichten muss. Er sagte: "Niemand weiß den genauen Grund, warum sich Badstuber oder Thiago wieder verletzt haben."
Wichtig sei jetzt, so Guardiola, dass Thiago eine gute Behandlung bekomme. "Es wird gut, ich bin sicher." Der 23-Jährige Kicker, der sich zum dritten Mal das Innenband im Knie gerissen hat und nach einer geplanten OP mehrere Monate ausfällt, könnten jetzt aber "keine Worte" helfen. "Natürlich sind wir für ihn da. Aber es gibt nur eins: kämpfen, kämpfen, kämpfen."
Das ist das Mindeste, was Guardiola am Samstag auch von seiner Mannschaft erwartet. Vor allem aber forderte er, dass seine Stars den angeschlagenen Tabellenletzten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Ergebnis hänge nur "vom Kopf unserer Spieler ab. Wenn wir uns darauf fokussieren, was der Trainer sagt, dann haben wir eine große Möglichkeit zu gewinnen", betonte der 43-Jährige, "ansonsten haben wir Probleme".
"Tabelle wie Wetterbericht im April"
Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nahm das Team in die Pflicht: "Die Tabelle im Oktober ist so viel wert wie der Wetterbericht im April - nämlich relativ wenig. Wer einen Marathon läuft und sich nach zehn Kilometern feiern lässt, wird auf den restlichen 32 Kilometern Probleme bekommen." In den nächsten Wochen werden "wichtige Weichen gestellt".
Die Statistik spricht ohnehin klar für den FC Bayern, der als Spitzenreiter noch nie zu Hause gegen einen Tabellenletzten verloren hat. Zudem gab es in den vergangenen 13 Pflichtspielen gegen Werder zehn Siege und drei Remis, die letzten sieben Bundesligaspiele wurden allesamt gewonnen.