Fußball

18 Millionen für drei Jahre Kuranyi stürmt nach Moskau

Die Spekulationen sind keine Spekulationen mehr, sondern Tatsachen: Kevin Kuranyi spielt in der neuen Saison für Dynamo Moskau, den aktuellen Zehnten der russischen Premier Liga. Ein sportlicher Aufstieg ist das nicht. Dafür zahlt Dynamo richtig gut. Geld macht offenbar doch glücklich.

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Glücklos zum Abschied: In den vergangenen fünf Bundesligaspielen gelang Kevin Kuranyi kein Tor mehr.

(Foto: dpa)

Der Wechsel von Kevin Kuranyi zum russischen Verein Dynamo Moskau ist beschlossene Sache. Der 28-Jährige hat bestätigt, dass er nach Auslaufen seines Vertrages beim FC Schalke am 30. Juni 2010 künftig in der Premier Liga stürmen wird. In Moskau erhält der Stürmer einen Vertrag bis 2013, der mit 18 Millionen Euro netto dotiert sein soll.

In einem offenen Brief an die Fans erklärte Kuranyi seine Beweggründe für den Wechsel. "Ich bin mir durchaus bewusst, dass einige von euch jetzt bestimmt ungläubig den Kopf schütteln und denken: Was um aller Welt will er in Moskau? Ich habe immer gesagt, dass am Ende das Gesamtpaket stimmen muss. Das Gefühl habe ich bei Dynamo. Ein Aspekt ist sicher das Finanzielle. Alles andere zu behaupten wäre heuchlerisch", schrieb Kuranyi auf seiner Homepage.

Kuranyi hatte in dieser Saison mit 18 Ligatoren maßgeblichen Anteil daran, dass die Schalker die Saison auf Platz zwei abschlossen und sich damit direkt für die Champions League qualifizierten. Dennoch wird schon seit Monaten über den Abschied des am Saisonende ablösefreien Kuranyis aus Gelsenkirchen spekuliert, da der Stürmer bei den klammen "Knappen" zu den Spitzenverdienern gehört und wohl nur bei einem Gehaltsverzicht einen neuen Vertrag erhalten hätte. Ein konkretes Angebot hat ihm Schalkes Trainer und Manager Felix Magath nach eigenen Angaben nicht unterbreitet.

Löw entscheidet indirekt

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Kuranyi geht dennoch nicht im Streit.

(Foto: AP)

Dafür hatte der ehemalige Nationalstürmer angeblich auch Anfragen von diversen anderen europäischen Vereinen. Darunter waren der "Welt" zufolge Fenerbahce Istanbul, Besiktas Istanbul und Manchester City. Den Ausschlag für das lukrative Angebot aus Moskau gab die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw, Kuranyi nicht für den WM-Kader zu nominieren. Da die Saison in Russland von März bis November läuft und die WM-Pause bereits am 10. Juli endet, hätte Kuranyi zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung gestanden. Durch das WM-Aus war dann aber der Weg frei für den Wechsel nach Moskau.

Für Dynamo Moskau spielt unter anderem Ex-Herthaner Andrej Woronin, bislang verläuft die Saison für den "Spitzenclub" ("Welt") mäßig. Nach neun Spieltagen steht der Verein in der russischen Premier Liga mit zehn Punkten (2 Siege, 4 Unentschieden, 3 Niederlagen) auf dem zehnten Platz. Der Rückstand auf Tabellenführer Zenit St. Petersburg beträgt elf Punkte, der Vorsprung auf Tabellenschlusslicht Sibir Novosibirsk auf Rang 16 hingegen nur vier Zähler. Der letzte Titelgewinn von Dynamo liegt 15 Jahre zurück. 1995 gewann man den russischen Pokal.

Die Abstriche, die Kuranyi für einen Verbleib auf Schalke bei seinem Gehalt scheinbar nicht machen wollte, macht er nun auf sportlicher Ebene. Während die "Knappen" in der neuen Saison auch dank seiner Tore in der Champions League spielen, krebst Kuranyi mit Dynamo im Mittelmaß der Premier Liga herum. Dafür erhält er ein üppiges "Schmerzensgeld". Auf Schalke verdiente der Torjäger bislang rund 3,8 Millionen brutto, sein wohl letzter großer Vertrag in der russischen Metropole soll dagegen mit rund sechs Millionen Euro netto dotiert sein.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid

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