Fußball

Gornik Zabrze platzt vor GlückLukas Podolski krönt seine Karriere mit einem letzten Märchen

03.05.2026, 10:05 Uhr
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Lukas Podolski vor den Fans. (Foto: IMAGO/NurPhoto)

Auf der Ehrenrunde einer spektakulären Laufbahn gelingt der DFB-Legende Podolski ein wohl letzter Coup. Er stemmt den polnischen Pokal in die Luft und trägt ihn dann zu jenen, die ein ganzes Leben darauf gewartet haben.

Der 40-jährige Lukas Podolski hat sich im vielleicht letzten großen Spiel seiner über zwei Jahrzehnte andauernden Karriere einen ganz großen Traum erfüllt. Der Weltmeister von 2014 hat mit Gornik Zabrze den polnischen Pokal gewonnen und damit eine 54-jährige Durststrecke beendet. Letztmals gewann der schlesische Traditionsklub den Titel im Jahr 1972.

Das 2:0 (1:0) gegen Rakow Czestochowa erfüllte die Gornik-Fans mit großem Stolz. Roberto Massimo (32.) und Maksym Khlan (65.) sorgten für die Treffer und Podolski für die Stimmung. Direkt nach der Siegerehrung holte er Vereinslegende Stanisław Oślizło hinzu und reckte mit dem ehemaligen Verteidiger den Pokal in die Höhe. Der heute 88-jährige Oślizło hatte den Pokal in seiner Karriere insgesamt sechsmal gewinnen können, dazu kamen acht polnische Meisterschaften zwischen 1961 und 1972.

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Zwei Legenden. (Foto: IMAGO/Newspix)

"Dieser Pokal ist für sie"

In dem Moment, in dem sich ein Lebenstraum erfüllte, dachte Podolski nicht an sich, sondern an die, die ein Leben lang gewartet haben. "Ich bin zu Gornik gekommen, damit hier wieder etwas in die richtige Bahn kommt. Hier im Klub gibt es so viele Leute, die man auf dem Platz nicht sieht, die aber ihr Herz für den Klub geben", sagte Podolski nach dem Spiel. "Der Busfahrer, der Teammanager, die Physios, die Ärzte und so viele andere. Wir sind eine große Familie."

Und diese große Gornik-Familie besteht aus denen, die für den Verein arbeiten, und jenen, die dem Klub bedingungslos folgen. Wer wüsste das besser als Podolski, der mit der Kapitänsbinde um den Arm den Pokal in die Kurve schleppte und ihn zu den Fans brachte. "Fußball ohne Fans ist kein Fußball", sagte der Weltmeister. "Dieser Pokal ist für sie. Spieler und Trainer kommen und gehen, aber die Fans bleiben immer beim Klub."

Mehr Pflichtspiele nur für den Effzeh

Podolski hat für Gornik Zabrze nach seinem Wechsel im Sommer 2021 insgesamt 132 Pflichtspiele absolviert, zwei mehr als für den DFB und mehr als für jeden anderen Verein außer seinem zweiten Herzensklub, dem 1. FC Köln, in seiner Laufbahn. Bei Bayern München kam er auf 106 Partien, bei Arsenal auf 86, bei Galatasaray auf 75, bei Vissel Kobe in Japan auf 60, bei Antalyaspor auf 60 und bei Inter auf 18.

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Fassungslos. (Foto: IMAGO/NurPhoto)

In der laufenden Spielzeit blieb Podolski jedoch ohne Treffer und kam nur noch in wenigen Spielen von der Bank. Im Pokalfinale am Samstag wurde er in der letzten Minute für den Norweger Sondre Liseth eingewechselt. Er zog noch ein Foul eines Rakow-Spielers, Jonatan Braut Brunes sah für sein brutales Einsteigen gegen Podolski Rot. Danach folgte der Schlusspfiff und somit der traditionelle Auftakt für das große Freudenfest.

"Ich nehme diesen Pokal nicht mit ins Grab", sagte Podolski. "All die Menschen aber werden sich ihr Leben lang daran erinnern. Das ist für mich das Wichtigste." Mit seinem Handeln hatte er dafür den Rahmen gesetzt.

Quelle: ntv.de, sue

Lukas Podolski