Die große Glasgow-Verschwörung?"Widerliche" VAR-Entscheidung sorgt für Meisterfinale

Zum ersten Mal seit über vier Jahrzehnten könnte der schottische Meister nicht aus Glasgow kommen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Als das Titelrennen am Mittwoch in Richtung Hearts kippt, kommt es zu einer VAR-Entscheidung, die alle fassungslos macht. Celtic bleibt dran.
Derek McInnes sprach wütend von einer "widerlichen" Entscheidung, der Trainer von Heart of Midlothian hatte das Gefühl, "dass wir gegen alle ankämpfen". Gegen die Schiedsrichter und die Videoassistenten, gegen die gesamte schottische Liga und vor allem: gegen Celtic Glasgow.
Weil der Rekordmeister am vorletzten Spieltag tief in der Nachspielzeit einen umstrittenen Handelfmeter zugesprochen bekam, der zum 3:2 (1:1)-Sieg beim FC Motherwell führte, kommt es am Samstag (13.30 Uhr) zwischen Celtic und Tabellenführer Hearts zu einem echten Meisterfinale. Die Gäste, die einen Punkt Vorsprung haben, wären der erste Champion, der nicht Celtic oder Rangers heißt, seit dem FC Aberdeen von Sir Alex Ferguson 1985.
Der Titel hätte schon am Mittwochabend so gut wie perfekt sein können, wenn Schiedsrichter John Beaton in Motherwell nach VAR-Einspruch nicht auf Handspiel von Sam Nicholson und Strafstoß für Celtic entschieden hätte. "Künftige Generationen könnten über diese Sache nachsinnen", schrieb die BBC.
Kein Elfmeter für Hearts am Samstag
Nicholson war im Strafraum zum Kopfball hochgegangen und dabei von dem Celtic-Spieler Auston Trusty bedrängt worden. TV-Bilder zeigen, wie der Ball von Nicholsons Kopf zurück in Richtung Außenlinie fliegt. Dabei könnte es zu einem Kontakt mit der Hand gekommen sein, doch dies lässt sich anhand der Bilder und auch der Flugrichtung des Balls nicht belegen.
Motherwells Teammanager Jens Berthel Askou schimpfte, in keiner anderen Welt wäre dies ein Elfmeter gewesen. Und die Hearts um den deutschen Torwart Alexander Schwolow erinnerten sich nach ihrem 3:0 gegen den FC Falkirk daran, dass ihnen am vergangenen Samstag in Motherwell (1:1) noch ein möglicher Strafstoß zum Sieg verwehrt worden war.
Jetzt, sagte Hearts-Kapitän Lawrence Shankland, warte ein "Cup-Finale" in Glasgow. Seine Elf, betonte er, habe Celtic in dieser Saison schon zu Hause und auswärts geschlagen, und überhaupt: "Zu Beginn dieser Saison hätten wir diese Situation mit Kusshand genommen."
Viele Hearts-Fans dagegen fürchten die Geister der Vergangenheit: Schon 1965 und 1986 hatte der Klub aus Edinburgh, der seine vierte und bislang letzte Meisterschaft 1960 feierte, die große Chance auf den Titel am letzten Spieltag vergeben - beim ersten Mal jubelte am Ende der FC Kilmarnock, beim zweiten: Celtic.