Brasilianischer "Kannibale"Er biss seinen Gegner und wurde der Hannibal Lecter der MMA
Von Michael BauerDem Champion im Bantamgewicht bei Oktagon wird es nicht an sportlicher Klasse mangeln. Neben dem Gelsenkirchener Khurshed Kakhorov steigt Igor Severino in den Käfig - und der Brasilianer hat im wahrsten Sinne des Wortes den nötigen Biss.
Igor Severino war bereits dort, wo viele MMA-Kämpfer hinwollen: in der Ultimate Fighting Championship (UFC). Die Reise des Brasilianers in der Elite-Organisation des Kampfsports fand aber ein jähes Ende: Der 22-Jährige biss seinem Gegner beim ersten UFC-Kampf in den Arm. Aus Affekt, wie er heute sagt. Seinen Platz in der UFC verlor Severino durch diese Unsportlichkeit trotzdem. Aus der Situation entstand sein neues Image, mit dem er jetzt in Hamburg um den Titel von Oktagon kämpft.
"Nach meinem Aus in der UFC haben mein Team und ich überlegt, was wir jetzt machen", sagt er im Interview mit ntv.de. Durch den Biss sei die Idee entstanden, mit einem Maulkorb einzulaufen. Die Maske kennen viele. Hannibal Lecter, der berühmte Kannibale aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer", trägt sie ebenfalls. Und schon wurde Severinos Spitzname "Hannibal" geboren.
Das Feedback ist durchgehend positiv. "Ich werde jetzt häufiger wiedererkannt. Die Leute sprechen mich immer auf die Maske an und dass sie den Film mögen. Es geht nicht mehr so sehr um meine Biss-Aktion. Ich habe eine lustige Analogie dazu geschaffen und den Fans gefällt es", sagt Severino.
Bei Oktagon 85 in Hamburg wird der Brasilianer um den Titel im Bantamgewicht (bis 61 kg) kämpfen. Sein Gegner wird Khurshed Kakhorov aus Gelsenkirchen sein. Der Deutsche mit tadschikischen Wurzeln zählt zur europäischen Elite. Das weiß auch Severino. "Er hat ein hohes Niveau und war bereits in der PFL. Aber ich sehe in allen meinen Gegnern eine Gefahr", sagt er. "Kakhorov diktiert gerne den Rhythmus eines Kampfes und sucht gerne den Schlagabtausch." Der Brasilianer sieht sich aber in allen Bereichen überlegen. Kakhorov müsse sich gut überlegen, was er tut, "schließlich ist es ein Titelkampf über fünf Runden".
"Wenn er vom Tempo früh Gas gibt, wird er schneller müde sein", vermutet Severino. "Er wird sicher auch einen guten Plan haben, aber wenn er Fehler macht, werde ich den Kampf dominieren." Für Severino steht das Event in Hamburg unter besonderen Vorzeichen: Auch sein Bruder Matheus wird dort kämpfen und sein Oktagon-Debüt geben.
"Das macht vieles leichter", sagt Igor Severino. "Diese Konstellation kenne ich bereits. In Brasilien hat er einen der frühen Kämpfe bei der Organisation Jungle Fight gehabt, ich stand später im Titelkampf." Matheus gewann seinen Kampf, Igor wurde Champion. Diese Geschichte will der brasilianische "Kannibale" nun in Deutschland wiederholen.
