MMA-Kämpfer vor Oktagon-DebütMit Ländle-Brasilianer Da Silva kann "Let's Dance" einpacken
Von Michael Bauer
Im Käfig kommen brasilianische Leichtigkeit, Spaß am Sport und das präzise Striking zusammen. Der Balinger MMA-Kämpfer Shawn Da Silva tänzelt durch seine Kämpfe. Seine erfolgreiche Karriere will er nun vor großem Publikum bei Oktagon fortsetzen.
Einfach ein positiv verrückter Typ: So übersetzt man nicht nur den Spitznamen von MMA-Kämpfer Shawn Da Silva, sondern so erlebt man "Vato Loco" auch in- und außerhalb des Käfigs. Der 30-Jährige aus dem baden-württembergischen Balingen will bei seinem Oktagon-Debüt in Hamburg (am 7. März auf RTL+) Eindruck hinterlassen - und Dinge zeigen, die es in der Organisation so bislang noch nie gab.
Der Kämpfer aus dem Ländle mit brasilianischen Wurzeln versprüht eine ansteckende Lebensfreude. Auf dem Weg in den Käfig tanzt Da Silva regelmäßig zu Samba-Klängen, das Fliegengewicht (bis 56 kg) sieht sich aber mehr als Deutscher, wie er im Interview mit RTL sagt. "Ich bin hier geboren und groß geworden und hab' hier meine Ausbildung gemacht. Daher kämpfe ich auch für die deutsche Flagge", so Da Silva. Die Positivität, die Freundlichkeit und vor allem die Musik seien aber Dinge, die er besonders an seiner zweiten Heimat Brasilien schätze.
Was Da Silva im Käfig zeigt, folgt auch einem Rhythmus und ist oft von verrückten, unerwarteten Aktionen geprägt. So richtig ausrechnen lässt er sich nie. "Meine Stärken sind meine Beweglichkeit und mein Freigeist. Ich bin wie ein Künstler im Käfig und probiere immer neue Sachen aus. Ich bin nicht der klassische Boxer oder Grappler, sondern versuche, meinen eigenen Style in den Cage zu bringen." Leichtfüßigkeit, viele Finten, viele schnelle Attacken. Da Silva tänzelt im Kampf, ist für seine Gegner so schwer zu treffen.
Ein künftiger Kandidat für "Let's Dance"? Wer weiß! In jedem Fall ist Unterhaltung für Da Silva ein wichtiger Faktor. Bereits beim Walk-in zum Käfig tanzt sich der Halb-Brasilianer in Stimmung. Mit seinem Flair konnte er auf seiner letzten Station bei Cage Warriors sogar die sonst so steifen Briten begeistern. Die nun größere Bühne vor mehr als 10.000 Zuschauern in Hamburg will er nutzen. "Je mehr Zuschauer da sind, umso besser. Ich spüre diese Energie und werde dadurch noch besser kämpfen. Das Publikum kann sich auf Dinge einstellen, die es bei Oktagon vorher noch nicht gesehen hat", verspricht Da Silva.
Mit Matheus Severino steht ihm aber ein erfahrener Gegner gegenüber. 19 Profikämpfe hat der Brasilianer bereits absolviert, für Da Silva ist er ein "gefährlicher Standkämpfer", gegen den er eine "Schlacht" erwartet. Dass es gegen eine Art Landsmann geht, ist ihm egal. "Das spielt keine Rolle. Ich will gegen die Besten der Welt kämpfen, ich will Konkurrenz haben. Da freue ich mich, dass ich gegen so einen Gegner antreten kann."
Für Da Silva, der eine Bilanz von sieben Siegen und einer Niederlage vorweisen kann, ist Oktagon der nächste große Schritt in der Karriere. Dabei war der Balinger bereits auf dem Sprung in die UFC. Seine einzige Niederlage kassierte er gegen den Briten Lone'er Kavanagh, der mittlerweile weltweit zu den 10 besten Kämpfern dieser Gewichtsklasse gehört. Das Duell von Da Silva und Kavanagh bei Cage Warriors vor zwei Jahren war letztlich ein Entscheidungskampf - das Ticket für die Elite-Organisation zog damals der Brite. Langfristig bleibt die UFC weiterhin das Ziel von Da Silva. Zunächst will er aber zeigen, dass er "das beste Flyweight in Deutschland und ganz Europa" ist.