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Oktagon-Spektakel in HannoverHolzer macht Hannover mit Meisterleistung zum Tollhaus

16.05.2026, 18:40 Uhr
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Hannover bekommt endlich sein heiß ersehntes Main Event zwischen Max Holzer und Khalid Taha. Der Hassgipfel war geprägt von Sticheleien, Provokationen und auch Beleidigungen. Bei Oktagon 88 findet das Duell einen sportlichen Sieger.

Der mit Spannung erwartete Hauptkampf bei Oktagon 88 in Hannover zwischen Max Holzer und Khalid Taha endet mit einem schnellen Knockout-Sieg für den Lokalmatadoren. Der Hassgipfel war geprägt von Sticheleien, Provokationen und auch Beleidigungen - und endet mit einer Versöhnung. Die Highlights können sie auf RTL+ sehen.

Verbal hatten sich Holzer und Taha vor dem Kampf im Internet und auf der Pressekonferenz beharkt, im Kampf schenkten sich beide nichts. Die beiden Federgewichte setzen auf ihre Strikingfähigkeiten, Holzer hatte mit seiner linken Schlaghand aber die härteren Treffer auf seiner Seite.

Als der Hannoveraner seinen Gegner erneut angeklingelt hatte, wich Taha zurück. Holzer stürmte weiter nach vorne und setzte einen Kniestoß zum Bauch an. Der 34-Jährige sackte zu Boden, zwei Schläge seitens Holzer folgten, der Ringrichter ging dazwischen. Technischer Knockout durch Holzer, der frenetisch feierte. Alle Differenzen waren danach vergessen, beide Hauptkämpfer fielen sich in die Arme, zollten einander Respekt.

Den Auftakt machte der kleine Bruder von Hauptkämpfer Holzer gegen den Berliner Paul Kulze. Zwar ist Jan Holzer noch Amateurkämpfer, aber ein besonders vielversprechender. Gegen den etwas erfahreneren Kulze dominierte Holzer von Beginn an. Er trieb seinen Gegner vor sich her und landete gute Treffer. Im Amateurbereich wird mit dickeren Handschuhen gekämpft, entsprechend hatten die wuchtigen Schläge Holzers zunächst weniger Wirkung.

Nach zwei Minuten hatte er Kulze aber weichgeklopft. Ein linker Haken brachte den Berliner zum Taumeln. Zwei weitere Treffer passierten die Deckung und Kulze ging zu Boden. Lokalmatador Holzer wurde frenetisch gefeiert.

Kabak zeigt sich unerbittlich

Der Hannoveraner Imran Daurbekov bekam es im Mittelgewicht mit Bedirhan Kabak zu tun. Ringer gegen Striker - so könnte man das Duell beschreiben. Vom herausragenden Ringen Daurbekovs war aber in der ersten Runde nichts zu sehen. Kabak verteilte stattdessen heftige linke Haken und klingelte den Mann von der Fightschool Hannover mehrfach an. In der zweiten Runde gelangen dem versierten Ringer mehrere Takedowns, aber Schaden konnte Daurbekov nur bedingt anrichten. Der Ringrichter richtete beide Kämpfer wegen Passivität wieder auf. So ging auch Runde zwei an den vermeintlichen Außenseiter Kabak.

Einen gescheiterten Takedownversuch nutzte Kabak dann, um seinen vorzeitigen Sieg einzuleiten. Er pinnte Daurbekov an den Käfig und setzte zum Schlaghagel an, bis der Referee dazwischenging.

Mit Justin Detzel sollte ein weiterer Kämpfer aus Hannover sein Glück versuchen. Der 22-Jährige bekam es Mate Kola aus Stockstadt zu tun. Detzel dominierte die erste Runde mit technischem Striking und nutzte seine Reichweitenvorteile. Kola zeigte sich zumindest von der Körpersprache stets präsent und landete bei seinen Vorstößen vereinzelt Treffer. In der zweiten Runde war Kola dann deutlich effektiver. Detzels Schlagkombinationen konnte er gut ausweichen und selbst mit Haken zum Erfolg kommen. In Runde drei leitete ein Fehler von Kola das Ende des Kampfes ein. Ein Ellbogenschlag ins Leere ermöglichte Detzel, den Rücken seines Gegners zu erobern. Von dort setzte er zum super seltenen Suloev Stretch an - eine schmerzhafte Überdehnung des Oberschenkelmuskels. Kola musste umgehend abklopfen.

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Justin Detzel feierte ein gelungenes Oktagon-Debüt.

Danielle Misteli ist für MMA-Verhältnisse in einem biblischen Alter. Die 49-jährige Schweizerin tragf auf Ivana Petrovic, die bereits in der UFC angetreten war. Die 31-Jährige setzte früh zum Takedown an und von da an dominierte die Serbin am Boden. Misteli musste harte Treffer einstecken. Aus der misslichen Position am Boden kam die Schweizerin nicht heraus. Petrovic landete Treffer um Treffer ehe der Ringrichter einschritt und Petrovic dadurch zur Siegerin ernannt.

Deutschlands brutalster "Tarzan"

Altin "Deadshot" Zenuni aus Düsseldorf ist nicht nur eines der aufstrebenden Talente Deutschlands, sondern auch einer der Publikumslieblinge in Hannover. Der Deutsch-Albaner hatte im Vorfeld des Kampfes gegen Dawid Jarowienko verbale Auseinandersetzungen, weil der Pole sein Gewicht aufgrund von Reisestrapatzen nicht rechtzeitig zum Wiegen erscheinen konnte.

Im Kampf machte Zenuni dann kurzen Prozess. Im Striking war der 23-Jährige schneller als sein Kontrahent, der versuchte, das Geschehen auf den Boden zu verlagern. Beim Versuch fing ihn Zenuni ab und landete heftige Treffer zum Kopf. Jarowienko blieb benommen liegen, der Referee rief ein Timeout aus. Minutenlang war unklar, ob Zenuni durch einen illegalen Schlag zum Kampf gelandet hatte oder ob es ein klarer Knockout war. Letztlich entschied der Referee: Knockout-Sieg für Zenuni.

Pure Kontrolle gegen wildes Chaos: So könnte man das Duell zwischen Hugo Vach und Teo Smith beschreiben. Der technisch versierte Hannoveraner machte es dem Schweizer Smith direkt schwer, seine unorthodoxen Attacken anzubringen. Vach tänzelte und konterte seinen Gegner immer wieder in der ersten Minute ab. Nach einem Sidestep setzte der Deutsche einen rechten Haken an, der voll ins Schwarze traf. Smith ging zu Boden, der Kampf war per Bilderbuch-Knockout entschieden.

Quelle: ntv.de, mba

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