Technik
In kleinen Räumen sind Kurzdistanz-Beamer besonders praktisch.
In kleinen Räumen sind Kurzdistanz-Beamer besonders praktisch.(Foto: jwa)
Montag, 16. April 2018

Full HD ist manchmal besser: Das muss ein Beamer können

Ob Filmvorführung oder Fußballübertragung: Mit einem Beamer wird jedes Wohnzimmer zum Heimkino. Was der Projektor können muss, gibt aber vielen Rätsel auf.

Wer einmal einen Beamer in den eigenen vier Wänden genutzt hat, will wahrscheinlich nicht mehr zurück zum herkömmlichen Fernseher. Die Projektoren holen Kino und Sportstadion nach Hause - sie müssen nur hell genug sein und ein gutes Bild liefern. Aber woran erkennt man, was ein Beamer taugt? Darauf sollte man bei Auflösung und Helligkeit achten. 

Wie scharf das Bild eines Beamers ist, darüber gibt die Auflösung Auskunft. Höher ist hier aber nicht unbedingt besser - UHD-Auflösung (3840 mal 2160 Pixel) müssen Beamer zum Beispiel noch nicht zwingend liefern. Denn anders als bei Fernsehern sei UHD, das oft auch als 4K bezeichnet wird, bei Beamern noch eher die Ausnahme und dementsprechend teuer, berichtet das "Video"-Fachmagazin (Ausgabe 5/18).

Full-HD oft besser als 4K

Gegenüber einem Beamer mit Full-HD-Auflösung (1920 x1080 Pixel) müssten Käufer gut und gerne die doppelte Summe anlegen. Das lohnt sich nicht unbedingt. Im Zweifel sei ein Full-HD-Projektor mit gelungener Bewegungsdarstellung und hohem Kontrast sogar besser als ein UHD-Beamer, der in diesen beiden Punkten schlecht abschneidet. Wenn das Bild ein wenig unscharf ist, fällt das dem Auge nicht so sehr auf wie zum Beispiel bei einem Laptop-Bildschirm, weil der Betrachter meistens weiter weg sitzt. Auch ein HD-Beamer (1280 x 720 Pixel) kann ein Bild liefern, das subjektiv als gut empfunden wird.

Das beim Beamer gesparte Geld investieren Käufer besser in eine Leinwand, raten die Experten. Gegenüber Wänden oder gespannten Tüchern als Projektionsfläche verbesserten bereits Leinwand-Einsteigervarianten die Bildqualität deutlich. Besondere Flexibilität bieten schnell auf- und abbaubare Standleinwände. Alternativ kann man sich eine Leinwand anschaffen, die wie eine Jalousie aufgerollt werden kann.

Mehr Licht!

Arbeitet er bei direkter Sonneneinstrahlung, sollte ein Beamer den Angaben nach mindestens 4000 Lumen Helligkeit liefern. Beim Indoor-Heimkino genügen 2000 bis 3000 Lumen, mehr ist aber immer besser, vor allem wenn der Projektor häufiger bei Tageslicht zum Einsatz kommen soll. Wer mit einem lichtschwächeren Beamer trotzdem nach draußen muss, kann tricksen: einen schattigen Ort wählen und ein höchstens drei Meter breites Bild werfen - dann reicht die Helligkeit unter Umständen trotzdem.

Grundsätzlich gilt: Indem man den Abstand zur Projektionsfläche und damit auch das Bild verkleinert, lässt sich die Helligkeit erhöhen. Aber allzu viel kann man so auch nicht mehr retten - deshalb investieren vorausschauende Käufer lieber direkt in einem Beamer mit höherer Helligkeit.

Apropos Abstand: Wer einen Videoprojektor in seinen vier Wänden aufstellen will, braucht dafür Platz. Das gilt aber nicht für die Kategorie der Kurzdistanz-Beamer - die werfen aus einem Abstand von wenigen Zentimetern ein großes Bild direkt über sich an die Leinwand oder eine andere Projektionsfläche. Diese Modelle kosten zwar meistens etwas mehr, sind aber dafür ideal für Räume mit wenig Platz.

Quelle: n-tv.de