Call-by-Call für's OrtsnetzDer Preis ist heiß
In wenigen Tagen können Anrufer mit gesonderten Vorwahlen auch Ortsgespräche an der Telekom vorbei führen.
In wenigen Tagen können Anrufer - wie bei Ferngesprächen schon länger - mit gesonderten Vorwahlen auch Ortsgespräche an der Telekom vorbei führen. Für diesen "call-by-call"-Service haben sich nach Angaben der "Welt am Sonntag " bisher mehr als 20 Bewerber gemeldet, die dem einstigen Monopolisten Telekom Paroli bieten wollen. Damit werde die Konkurrenz nach der für den 25. April geplanten Freigabe größer als erwartet, berichtet die Zeitung unter Berufung auf "Kreise der Deutschen Telekom".
Experten rechnen wegen des Wettbewerbs mit sinkenden Tarifen. Der schwedische Anbieter Tele2 beispielsweise kündigt für Ortsgespräche einen Tarif von 1,5 Cent je Minute an. "Wenn die Preise der Konkurrenten tiefer liegen, werden wir eben noch weiter herunter gehen", sagte Deutschland-Chef Roman Schwarz dem "Handelsblatt".
Dies muss Tele2 wohl auch, denn mittlerweile hat ein weiterer Anbieter seine Call-by-Call-Preise für Ortsgespräche bekannt gegeben. Mit der Vorwahl 01070 von Arcor sind Orts- und Nahgespräche ab Freitag für 1,49 Cent pro Minute möglich.
Dass sich in den nächsten Tagen noch andere Telefongesellschaften zu geplanten Preisen äußern, ist eher unwahrscheinlich. Es wird erwartet, dass die Bekanntgabe der neuen Tarife aus taktischen Gründen erst am Donnerstag erfolgt.
Preisvorgaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation gibt es für die Anbieter nicht. Diese ist als staatliche Behörde nur für die Kontrolle der Marktmachtstellung des ehemaligen Monopolisten, der Deutschen Telekom AG, zuständig. Bei der Telekom liegen die Kosten für lokale Gespräche Angaben des „Handelsblatts“ zufolge derzeit zwischen 1,6 und 5 Cent pro Minute.
Die Telekom hält im Ortsbereich noch einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent. Bei Ferngesprächen ist die freie Betreiberauswahl bereits seit Marktöffnung auf dem Telekommunikationsmarkt vor fünf Jahren möglich. Hierdurch wurden zahlreiche Anbieter in die Lage versetzt, schnell in den lukrativen Markt einzusteigen. Die Telefonpreise in dem Bereich sanken seitdem um rund 90 Prozent.
Bei der geplanten Einführung der freien Wahl des Telefonanbieters im Ortsnetz liegt die Telekom nach eigenen Angaben mit ihren technischen Vorbereitungen im Zeitplan. Die Vorgaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation würden ab diesem Tag erfüllt, hatte die Deutsche Telekom AG versichert. Eine vorzeitige Nutzung eines Call-by-Call- Anbieters im Ortsnetz vor diesem Datum sei jedoch nicht möglich.