Technik

Kein Müll, sondern Wertstoff Deutsche horten 72 Mio. Handys

Mobilfunkanbieter nehmen ausgediente Handys kostenlos zurück. Doch irgendwie scheinen die Deutschen an ihren alten "Knochen" zu hängen und sammeln ihre alten Telefone. Viele Millionen schlummern in Schubladen, Kisten und Kellern. Die Industrie will jetzt diesen wertvollen Rohstoff-Schatz heben.

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(Foto: REUTERS)

Die Deutschen horten rund 72 Millionen alte Mobiltelefone. Dies ergibt sich aus einer Hochrechnung des Branchenverbands Bitkom. Sie basiert auf repräsentativen Umfragen, nach denen 84 Prozent der befragten Verbraucher mindestens ein Handy oder Smartphone aufbewahren, obwohl sie inzwischen ein neues Modell benutzen.

15 Prozent der Befragten gaben demnach sogar an, drei oder mehr Altgeräte zu besitzen. Bitkom rief die Deutschen auf, die ausgemusterten Mobiltelefone zurückzugeben, um sie zu recyceln oder anderweitig noch sinnvoll einzusetzen.

Es lohnt sich

Etwa 80 Prozent der Materialien in einem Handy könnten wiederverwertet werden, sagt Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer. Darunter seien auch Gold, Kupfer und wertvolle Spezialmetalle wie Tantal oder Indium. Jüngst war auch in Deutschland eine Diskussion um mögliche Lieferengpässe bei den weltweit begehrten Rohstoffen für die Produktion von Hightech-Geräten entbrannt.

"Die Mengen in jedem einzelnen Handy sind zwar gering, in Summe kann daraus aber ein erheblicher Beitrag zum schonenenden Umgang mit knappen Ressourcen werden", sagt Scheer. Noch funktionsfähige alte Mobiltelefone könnten zudem auch anderweitig eingesetzt werden, sofern sie abgegeben würden.

Bitkom weist darauf hin, dass alte Handys keinesfalls im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Sie gehören als Elektroschrott stattdessen in den Sondermüll. Anbieter nehmen ausgemusterte Geräte kostenlos zurück. Verbraucher können sie außerdem auch bei kommunalen Abfallsammelstellen wie Recylinghöfen abgeben.

Quelle: ntv.de, AFP

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