Technik
Für andere Cloud-Dienste hängt Google Drive wie eine drohende Wolke am Himmel.
Für andere Cloud-Dienste hängt Google Drive wie eine drohende Wolke am Himmel.(Foto: dpa/Google/kwe)
Dienstag, 24. April 2012

Google Drive startet, Microsoft reagiert: Kampf um Cloud-Kunden tobt

In Kürze startet Googles neuer Service "Drive", der 5 Gigabyte Online-Speicherplatz gratis und bis zu 100 Gigabyte gegen Gebühr anbieten soll. Nutzer können von jedem internetfähigen Gerät darauf zugreifen. Microsoft reagiert, strukturiert sein Angebot "Skydrive" um und veröffentlicht neue Apps. Und was macht Platzhirsch Dropbox?

Das sogenannte Cloud Computing ist im Nutzer-Alltag angekommen. Vor allem Besitzer von Smartphones oder Tablet-Rechnern legen ihre Daten immer öfter online ab. Zum einen ist der Speicherplatz auf ihren Geräten knapp. Zum anderen haben sie über die Cloud ihre Fotos, Videos oder Dokumente zu Hause am Computer oder unterwegs immer griffbereit.

Besonders beliebt ist der Dienst Dropbox, weil er einfach zu bedienen ist und Apps für alle Plattformen anbietet. Doch der Platzhirsch bekommt jetzt scharfe Konkurrenz von Google, das sein neues Cloud-Angebot "Drive" startet. Und auch Microsoft hat erkannt, dass es seinen vernachlässigten "Skydrive" aufpeppen muss und geht mit seinem Dienst ebenfalls in die Offensive.

Google Drive in den Startlöchern

Reuters schreibt, dass Google Drive bereits in den nächsten Stunden starten könnte. Die Quellen der Nachrichtenagentur bestätigen, dass Nutzer 5 Gigabyte der Google-Cloud gratis nutzen können. Das US-Unternehmen soll aber auch anbieten, den Online-Speicher gegen Gebühr auf bis zu 100 Gigabyte zu vergrößern. Welche Preise Google verlangen könnte, hat die Quelle nicht genannt. Derzeit verlangt Google bei seinem Dienst Docs 5 US-Dollar pro Jahr für 20 Gigabyte.

Microsoft stellt Nutzern schon recht lange kostenlose 25 Gigabyte Cloud-Speicher zur Verfügung. Doch trotz des sehr großzügigen Angebots führt der Dienst bisher ein Schattendasein, weil er zu umständlich zu nutzen ist. Die Aussicht, dass der große Konkurrent Google das Cloud-Geschäft mit Normal-Nutzern künftig dominieren könnte, hat den Software-Riesen aber offenbar wachgerüttelt.

Microsoft hat die Smartphone-Apps für Windows Phone und iOS aktualisiert und bietet jetzt auch Programme für Windows- und Mac-Rechner an, mit denen sich Skydrive ganz unkompliziert verwalten lässt, ohne den Online-Speicher als virtuelle Festplatte einbinden zu müssen. Über die Apps können Nutzer Dateien bis zu einer Größe von 2 Gigabyte austauschen. Die maximale Upload-Größe beträgt immer noch 300 Megabyte.

Gleichzeitig schrumpft Microsoft sein Gratis-Angebot von 25 auf 7 Gigabyte für Neukunden. Die meisten Anwender bräuchten nicht mehr, so die Begründung. Wer Skydrive bereits nutzt, kann sich aber auf der Webseite einloggen und "für eine begrenzte Zeit" kostenlos auf 25 Gigabyte upgraden.

Und was unternimmt Dropbox gegen die wachsende Konkurrenz? Es verbessert seinen Dienst. Nutzer haben jetzt die Möglichkeit, Dateien oder Ordner auch mit nicht registrierten Anwendern direkt per Link zu teilen. Die Empfänger haben aber nur Leserechte.

Quelle: n-tv.de