Technik

Abmahn-Unsinn Jack Wolfskin lenkt ein

Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin lenkt im Streit mit Kleinhändlern um angebliche Markenrechtsverstöße ein. Das Unternehmen will seine umstrittenen Abmahnungen zurücknehmen und setzt so auf Schadensbegrenzung nach dem jüngsten PR-Desaster.

16084897.jpg

Um eine Ähnlichkeit mit den Tatzenmotiven der Kleinhändler festzustellen, braucht man schon etwas Phantasie.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden in den aktuellen Fällen der DaWanda-Anbieter nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen", erklärte Geschäftsführer Manfred Hell. Heftige Reaktionen im Internet hätten zum Einlenken geführt.

Jack Wolfskin hatte mehrere Kleinhändler, die handgefertigte Produkte über den Online-Marktplatz DaWanda.de verkauft hatten, abgemahnt. Die Verkäufer hatten auf ihren Produkten Tatzen abgebildet, die mehr oder weniger große Ähnlichkeit mit dem markenrechtlich geschützten Tatzen-Logo des Unternehmens hatten. Jack Wolfskin forderte von den überraschten Verkäufern jeweils bis zu knapp 1000 Euro. Das hatte im Internet Empörung ausgelöst. Zahlreiche Nutzer hatten dazu aufgerufen Jack Wolfskin-Produkte zu boykottieren.

Angesichts des drohenden Image-Schadens pfeift Jack Wolfskin nun die Anwälte zurück. Gegen die zehn Anbieter werde es keine weiteren rechtlichen Schritte mehr geben, hieß es.

"Wir sind immer bemüht, mit Augenmaß und nur dort vorzugehen, wo wir unsere Schutzrechte wirklich gefährdet sehen", sagte Hell. Dies bedeute, dass Jack Wolfskin mit dem Entfernen der betroffenen Produkte von der Internetplattform die Fälle als erledigt ansehe und den Anbietern die Kosten erlasse. "Darüber hinaus wird Jack Wolfskin sein Vorgehen in Fällen von kleingewerblichen Angeboten verändern."

Das Unternehmen werde in Zukunft zunächst auf anwaltliche Schritte verzichten und selbst Kontakt aufnehmen. "Anwaltliche Hilfe soll in Zukunft erst ein letzter Schritt sein."

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

Mehr zum Thema