Technik

Kriegt LG vor Samsung die Kurve? Flexible Smartphone-Displays gehen in Serie

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Dieser Prototyp eines flexiblen OLED-Displays ist 5,7 Zoll groß.

(Foto: LG Display)

Seit Monaten wird über Smartphones oder Smartwatches mit gebogenem Display spekuliert, doch bisher gibt es so ein Gerät noch nicht. Das könnte sich jetzt schnell ändern, denn in Südkorea hat die Massenproduktion von flexiblen Smartphone-Bildschirmen bereits begonnen.

Nachdem sie schon bei der IFA in Berlin Fernseher mit gebogenem Display präsentierten, haben Samsung und sein großer südkoreanischer Lokalrivale LG kürzlich auch angekündigt, schon bald Smartphones mit flexiblen Bildschirmen zu produzieren. Ein Samsung-Manager sagte Ende September, man plane bereits im Oktober in Südkorea ein entsprechendes Gerät vorzustellen. LG legte wenig später nach und verriet "ZDNet Korea", Ende Oktober ein Sechs-Zoll-Smartphone mit gebogenem Display zu veröffentlichen. Andere Medien berichten von einem Marktstart im November.

Zumindest bei den Ankündigungen ist jetzt LG in Führung gegangen. Das Unternehmen hat offiziell mitgeteilt, dass es die Massenproduktion von flexiblen und bruchsicheren sechs Zoll großen OLED-Bildschirmen startet. Das Display besteht nicht aus Glas, sondern Plastik, ist 0,44 Millimeter dünn und kann laut LG vertikal von oben nach unten in einem Radius von sieben Zentimetern gebogen werden. Außerdem soll es mit 7,2 Gramm der derzeit leichteste sechs Zoll große OLED-Bildschirm für Smartphones sein.

Geräte mit sehr stark gebogenem oder tatsächlich flexiblem Display sind aber vorerst nur theoretisch möglich. Das neue LG-Smartphone wird sich voraussichtlich kaum von herkömmlichen "Phablets" unterscheiden. Der Bildschirm des Geräts ist vermutlich nur leicht nach innen gewölbt, um sich beim Telefonieren besser der Kopfform anzupassen.

Samsung will schon in wenigen Tagen liefern

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Samsungs erste Smartwatch Galaxy Gear hat noch kein gebogenes Display.

(Foto: kwe)

Laut "OLED.info" hat Samsung nur wenige Minuten gebraucht, um LGs Pressemitteilung zu kontern. Man habe bereits vor einiger Zeit damit begonnen, 5,7 Zoll große, biegsame Bildschirme zu produzieren, tei lte das Unternehmen koreanischen Medien mit. Das erste Smartphone mit flexiblem OLED-Display werde in "wenigen Tagen" veröffentlicht.

Samsungs Gerät soll auf seinem bei der IFA in Berlin vorgestellten Galaxy Note 3 basieren. "OLED.info" schreibt, der Bildschirm biete zwar nur einen Biege-Radius von 400 Millimetern, sei aber mit 0,12 Millimetern mehr als drei Mal dünner als das LG-Display. Außerdem wird Samsung bei seiner Variante den Bildschirm voraussichtlich nicht von oben nach unten biegen, sondern längs an den Seiten nach unten wölben, um einen 3D-Effekt zu erreichen.

Egal, welcher der beiden Rivalen am Ende die flexible Nase vorne hat, dünne, robuste und biegsame Kunststoff-Bildschirme haben voraussichtlich eine große Zukunft. LG schätzt, dass der Markt im Jahr 2016 bereits ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Dollar haben wird, das bis 2019 auf zehn Milliarden Dollar anwachsen könnte.

Smartphones werden dabei nicht die einzigen mobilen Geräte sein, in die flexible Displays eingebaut werden. Gebogene Bildschirme könnten vor allem auch Smartwatches zum Durchbruch verhelfen. Unter anderem soll Apple ein solches "Wearable" für kommendes Jahr planen.

Quelle: ntv.de