Technik

Das "echte" Google-Handy Nexus One im Test

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Der mit Internetsuche groß gewordene Technologiekonzern Google hat sein erstes eigenes Mobiltelefon herausgebracht. Kunden hierzulande müssen sich aber noch etwas gedulden, bevor sie mit dem "Nexus One" getauften Smartphone telefonieren können. Google und sein hiesiger Partner Vodafone wollen das multifunktionale Handy im kommenden Frühjahr in Europa auf den Markt bringen.

Schon vor der offiziellen Präsentation von Googles erstem "eigenen" Handy Nexus One, hat das gleichnamige Blog das Smartphone testen dürfen.

Das Aussehen des teflonbeschichteten Nexus One ist schlicht. Auffallend sind nur ein brauner "Zierstreifen" und sehr runde Ecken. "Es liegt unglaublich gut in der Hand", schreibt Tester 3rd-Geer. Beeindruckend sei vor allem das Gefühl ein enorm dünnes Telefon in der Hand zu haben, obwohl es mit 11,5 Millimeter nur 0,8 Millimeter flacher als das iPhone sei.

Google bleibt am Ball

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Das "Nexus One" ist eine Kampfansage an das Apple "iPhone" und andere Alleskönner-Handys.

Im Vergleich zum Puristen iPhone hat das Google-Handy vier Knöpfe auf der Vorderseite: Zurück, Menü, Home, Suche. Außerdem ragt an der Unterseite des Displays ein Tracking Ball aus dem Gehäuse, der ähnlich wie eine umgedrehte Computermaus funktioniert. An den Seiten sitzen noch ein Lautstärkeregler (links) und ein Ein-Aus-Schalter (oben).

Tief beeindruckt zeigt sich der Tester vom Touchscreen des Smartphones. Mit 3,7 Zoll ist er deutlich größer als der iPhone-Bildschirm (3,5 Zoll). Mehr ins Gewicht fällt aber die brilliante Auflösung: 720 x 480 Pixel lassen Apples Mattscheibe mit 320 x 480 Pixel alt aussehen.

Ein-Finger-Prinzip

Im Test reagierte der Bildschirm des Google-Handys gleich schnell wie das iPhone-Display. Es arbeite absolut verzögerungsfrei, ist auf NexusOneBlog zu lesen. Das neue Betriebssystem Android 2.1 ließe das Telefon geradezu "fliegen". 3rd-Geer bemängelt lediglich, dass der Bildschirm des Nexus One nicht multitouchfähig ist. Während iPhone Nutzer beispielsweise Bilder mit einer "Zeigefinger-Daumen-Schere" groß- oder kleinziehen können, bleibt künftigen Google-Handy-Besitzern nur das Ein-Finger-Prinzip.

Der Android-Fachmann weist aber darauf hin, dass es - "wenn es unbedingt sein müsse" dafür eine App namens Dolphin gibt. Das Zusatzprogramm ist ein Browser, der Multitouch auch auf Google-Handys ermöglicht.

Bewegung im Hintergrund

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Für seine Größe ist das neue Google-Handy extrem flach.

(Foto: NexusOneBlog)

Ein nettes Gymmick des Nexus One sind animierte Hintergrundbilder, "Live Wallpaper" genannt. Zum Start bietet Google zehn Stück zur Auswahl. Der Tester ist besonders von "Gras" angetan. Halme wiegen sich im Wind und der Himmel darüber ändert der Tageszeit entsprechend die Farbe. Hübsch, muss man aber nicht haben. Zumal das Handy im Test bei den Wallpapers gelegentlich zickte.

Für Kopfhörer hat das Smartphone eine inzwischen übliche 3,5-mm-Klinkenbuchse. Die Klangqualität sei gut, der des iPhone ebenbürtig, schreibt 3rd-Geer. Für Gespräche in einer lauten Umgebung hat Google dem Nexus eine Lärm-Unterdrückung verpasst, die in einem lauten Büro mit vielen Hintergrundgeräuschen tatsächlich bestens funktioniert habe. Auch die Anrufer konnte der Blogger gut verstehen. Der Lautsprecher soll dagegen nur zufriedenstellend sein.

Praktisch ist ein Sensor, der erkennt, wenn das Telefon ans Ohr geführt wird. Er löscht automatisch das Licht und blockiert andere Funktionen. Das ist aber nichts Neues, kann das iPhone auch.

Mängel bei Bild- und Videoaufnahmen

Bei der Qualität der Kamera kann das Nexus One nach Meinung des Testers mit dem iPhone nicht ganz mithalten. Die Farben der 5-Megapixel-Knipse seien nicht so natürlich, schreibt er. Das Gleiche gelte für aufgenommene Videos. Pluspunkte vergab der Blogger dagegen für die neue Sprache-zu-Text-Funktion, die es beispielsweise möglich macht, eine SMS zu sprechen, statt zu tippen. Da könnten Dämme brechen ...

Der Akku des Google-Handys hielt im Extremtest rund zwölf Stunden durch, was keine Glanzleistung, aber bei Smartphones unter voller Belastung auch nicht schlecht ist - iPhone-Nutzer können ein Lied davon singen. Unter dem Akku sitzt die SIM-Karte und der Einschub für Micro-SD-Karten, mit denen der interne Speicher (512 MB) erweitert werden kann. Eine 4-GB-Karte war im Testpaket dabei, bis zu 32 Gigabyte sind möglich. Drei kleine Kupferkontakte neben dem Micro-USB-Eingang lassen darauf schließen, dass das Google-Handy künftig auch per Standhalterung an externe Geräten andocken kann.

Insgesamt kam Android-Blogger 3rd-Geer zum Ergebnis, dass das Nexus One mit seinem brillantem Bildschirm und der rasanten Geschwindigkeit das iPhone hinter sich lässt. Nur die Kamera des Apple-Handys liefere bessere Ergebnisse. Auch was die Vielfalt der Zusatzprogramme betrifft, liege Google noch hinten. Es mangele vor allem an Spielen. Da aber die Entwickler bereits an der Arbeit seien, werde sich dieses Problem vermutlich bald erledigt haben, ist er zuversichtlich. Mal sehen, zu welchem Ergebnis andere Tester kommen.

Quelle: ntv.de

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