Technik

Smart, aber furchtbar teuer Oral-B iO macht Zähneputzen nerdig

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Die Oral-B iO ist eine raffinierte, aber sehr teure elektrische Zahnbürste.

(Foto: Oral-B)

Die neue Oral-B iO ist eine smarte elektrische Zahnbürste mit allen Schikanen, die Mundpflege mit "revolutionärer Technologie" auf ein neues Niveau heben soll. Dafür kostet sie auch mindestens 300 Euro. Ob sich das lohnt oder der Hersteller den Mund zu voll nimmt, hat ntv.de ausprobiert.

Im vergangenen November ist Stiftung Warentest zu dem Ergebnis gekommen, dass sehr günstige elektrische Zahnbürsten so gut wie richtig teure Geräte sein können. Am besten bewerteten die Prüfer damals die Oral-B Pro 900 Sensi Ultra Thin für 95 Euro. Mit der gleich guten Putz-Leistung landete die dm Dontodent Active Professional auf Platz 2, die gerade mal 16 Euro kostete. Jetzt gibt es vom Testsieger die Oral-B iO, die in der einfachsten Ausführung rund 300 Euro kosten soll. Wie gut sie putzt und ob die Extras die teure Anschaffung rechtfertigen, hat ntv.de getestet.

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Das Display liefert die wichtigsten Informationen und motiviert zum richtigen Putzen.

(Foto: Oral-B)

Grundsätzlich handelt es sich bei der Oral-B iO um eine E-Zahnbürste mit rundem, oszillierend-rotierendem Bürstenkopf. Allerdings hat sie einen Magnetantrieb, der den Begriff "revolutionär" schon rechtfertigt. Denn die Bürste rotiert damit ausgesprochen leise und vibrationsarm. Die Reinigung ist außerordentlich gut. Nach dem Putzen fühlen sich die Zähne sehr glatt an und das Zahnfleisch hat keinen Grund, gereizt zu sein.

Display, Leuchtring und App

Das kriegt man wahrscheinlich auch mit einer ganz einfachen elektrischen Zahnbürste hin, aber die Oral-B iO bietet allerlei schlaue Extras, die Nutzern zu einer optimalen Mundpflege verhelfen sollen. So hat die Zahnbürste unterhalb des Aufsatzes einen Leuchtring, der anzeigt, ob man den Putzkopf zu stark aufdrückt. Bei Grün macht man's genau richtig, bei Rot ist der Druck zu hoch.

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Hier wurde gut, aber zu lange geputzt.

(Foto: kwe)

Sehr praktisch ist auch das integrierte Farbdisplay. Es zeigt verschiedene Putzmodi an, die man über einen Knopf darunter und dem Einschalter auswählt. Außerdem hilft der Bildschirm, nicht zu kurz zu putzen, indem er eine ausreichende Zeit mit einem Lächeln belohnt. War man zu hastig war, sieht man entsprechend weniger gut gelaunte Smileys.

Ki putzt mit

Mehr braucht's eigentlich nicht, aber für echte Zahnputz-Nerds gibt's auch noch eine App. Nachdem sich das Smartphone mit der Oral-B iO per Bluetooth verbunden hat, kann man sie nutzen, um seine Mundpflege-Performance zu perfektionieren. Zum Zungeschnalzen ist dabei vor allem eine Gebiss-Ansicht, in der man in Echtzeit sieht, welche Bereiche man gerade reinigt und wie man in der Zeit liegt. Dazu besitzt die Zahnbürste Lagesensoren, deren Infos KI-basiert ausgewertet werden. Nach dem Putzen erhält man eine Zusammenfassung der jüngsten Putz-Leistung. Auf Wunsch werden auch alle Putzvorgänge in der Cloud gespeichert und man kann langfristige Statistiken abrufen. Dazu hat man diverse Anleitungen zur Auswahl, erhält zur Motivation Belohnungen und sieht genau, wann ein neuer Bürstenkopf fällig ist.

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Die Zahnbürste steht sicher auf ihrer kleinen Ladestation.

Das alles klappt grundsätzlich ausgezeichnet, allerdings nicht immer. Im Test leistete sich die App ein paar Aussetzer, beispielsweise wurden einzelne oder auch mal alle gereinigten Gebiss-Bereiche nicht registriert. Seit dem jüngsten Update vom 4. August ist die Anwendung aber wieder ziemlich stabil. Letztendlich putzt man aber nach ein paar Tagen gewöhnlich ohne App, wenn man den Dreh raushat, und checkt nur gelegentlich die Auswertung. Alleine schon deshalb, weil man beim Putzen noch mehr sabbert, wenn man nach unten aufs Smartphone blickt, als man es ohnehin schon tut. Und sich das Handy mit der freien Hand vors Gesicht zu halten, ist auf Dauer auch nervig.

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Aufgeladen wird die schlanke E-Zahnbürste induktiv über einen runden Sockel, auf dem sie magnetisch andockt. Die Ladestation ist ziemlich klein und die Sache sieht etwas wackelig aus. Aber das Zahnbürste-Sockel-Duo steht auch auf einer schleudernden Waschmaschine wie eine Eins. Als optionales Zubehör gibt es auch noch eine Lade-Transportbox, mit dieser Ausstattung kostet das Gerät aber knapp 350 Euro.

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Sehr gut, aber auch sehr teuer

300 Euro oder mehr ist für eine elektrische Zahnbürste wahnsinnig viel Geld. Gründlich reinigen können auch Geräte deutlich unter 50 Euro. Die Oral-B iO unterscheidet sich also vor allem durch ihren hohen Komfort und schlaue, aber nicht durchweg nötigen Extras von der günstigen Konkurrenz. Wer trotzdem interessiert ist, wartet vielleicht besser noch auf fallende Preise. Und dann gibt's vielleicht auch günstigere Aufsätze von Drittherstellern.

Quelle: ntv.de