"Kone Plus" im TestRoccat-Maus zeigt die Zähne
Variables Gewicht, komplett frei definierbare Macros und Oberflächenscan - die Highend-Maus "Kone Plus" ist ein Funktionsmonstrum. Ist das überflüssig oder nützlich?
Wer am Laptop oder Computer spielt und arbeitet, braucht eine Maus. Je intensiver, desto besser sollte auch das genutzte Steuergerät sein. So lässt sich etwa Überlastung von Hand und Arm vermeiden. Bei Spielen wie Online-Shootern oder Echtzeitstrategie, aber auch komplexen Büroanwendungen sind viele, leicht zugängliche Funktionen sehr hilfreich. Die Firma Roccat ist auf Mäuse für Spieler spezialisiert. Mit der Kone Plus haben die Hamburger nun eine nochmals verbesserte Version ihres Topmodells im Programm.
Sprachausgabe und variables Gewicht
Kern der Maus ist der interne Speicher von 575 Kilobyte. Über die Software kann der Benutzer zwischen fünf editierbaren Profilen umschalten und diese per Datei auch auf andere Rechner übertragen. Der optische Sensor bringt es auf bis zu 6000 dpi und wird in 100er-Schritten per Knopfdruck den Bedürfnissen angepasst - je nach Spielsituation oder Programm. Dabei gibt es den ersten Aha-Effekt – "dpi up", vermeldet die Maus per Sprachausgabe. Sehr komfortabel: Hebt man die Kone Plus an, wird der Zeiger gestoppt. Die Höhe ist variabel, die sensibelste Einstellung ermöglicht dies schon bei 1 Millimeter Abstand. Per Scan passt sich die Maus an die jeweilige Oberfläche an.
Etwas verwirrend sind lediglich die zu Beginn eingeschaltete Zeigerspur und die Mouseover-Infos der Software-Oberfläche – letztere sind zunächst chinesisch, können aber schnell auf eine von 16 anderen Sprachen umgestellt werden. Ansonsten ist alles sowohl handlich als auch intuitiv, jedoch leider nur für Rechtshänder. Wem die Maus zu leicht ist, kann sie per mitgelieferter Gewichte in Fünferschritten bis zu 20 Gramm beschweren. Sehr angenehm ist zudem die geringe Reibung der Kone Plus. Wo andere Steuergeräte über den Bürotisch kratzen, gleitet das Roccat-Modell butterweich. Fürs Auge gibt es vier LEDs, denen man unterschiedliche Farben sowie verschiedene Effekte verpasst.
Macro-System für Profis
Bis ins kleinste Detail kann der Anwender die Kone Plus mit seinen Programmen abstimmen. Um der Bezeichnung "Gamer-Maus" gerecht zu werden, hat Roccat dem Treiber eine Fülle an Möglichkeiten verpasst. Für insgesamt 19 Spiele und 10 andere Anwendungen wie Firefox, Photoshop, Skype oder einfach nur Windows-Funktionen gibt es vorgefertigte Macros, die der Benutzer einzelnen Tasten zuweisen kann. Das ergibt bis zu 22 Funktionen. Wem das nicht reicht, kann zudem bestimmte Tastenfolgen mitsamt zeitlicher Verzögerung abspeichern und so in Spielen Standardkombinationen mit einem einzelnen Tastendruck auslösen. Kehrt der Spieler auf die Windows-Oberfläche zurück, schaltet die Maus automatisch auf das selbst festgelegte Desktop-Profil zurück.
Insgesamt ist die Kone Plus die bestmögliche Wahl für fast jeden Computerspieler, aber auch für die Büroarbeit sehr komfortabel. Die Möglichkeiten für Tastenbelegungen sind absolute Spitze, das Macro-System eine Offenbarung. Da fällt auch der Preis von etwa 70 Euro kaum ins Gewicht – das ist bei Roccats Kone Plus ohnehin variabel.